Politik

"Regionale Mobilitätsgarantie" Grüne wollen Verkehrswende auf dem Land

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Regelmäßige Zugverbindungen in ländlichen Regionen reichen den Grünen nicht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ohne Auto sind Menschen in ländlichen Regionen aufgeschmissen. Dieser Umstand ist seit Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten bekannt. Geändert hat sich daran trotzdem nichts. Die Grünen wollen dem Problem mit einem neuen Konzept zur regionalen Mobilität begegnen.

Dem Verkehr kommt in der Klimapolitik eine Schlüsselrolle zu, doch auf dem Land sind Menschen auf eigene Pkw angewiesen. Eine Gruppe von Grünen-Bundestagsabgeordneten will das ändern und en  öffentlichen Nahverkehr in ländlichen Regionen verbessern.  "Wer kein Auto fahren will oder sich kein Auto leisten kann, steht vor großen Problemen", heißt es in einem Konzept von Grünenpolitikern um den Vorsitzenden des Verkehrsausschusses, Cem Özdemir. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Das Konzept sieht demnach unter anderem eine "Regionale Mobilitätsgarantie" vor. Damit gemeint sei "mindestens ein stündlicher Takt zwischen den Mittelzentren und flexible Angebote bis zur Haustür". An sogenannten Mobilitätsstationen sollten verschiedene Angebote von Bus und Bahn bis hin zu Taxen und Leihrädern gebündelt zur Verfügung stehen.

Die Autoren des Konzepts sprachen sich dem Bericht zufolge zudem für die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken aus. Auch durch die Elektrifizierung müsse die Bahn zurück in die Fläche kommen und solle damit zum "Rückgrat der Verkehrswende" werden. "Wir wollen diese Investitionsmittel auf zunächst drei Milliarden Euro anheben und dann schrittweise so erhöhen, dass bis zum Jahr 2030 weitere vordringliche Projekte umgesetzt werden können", zitierte das RND aus dem Papier der Grünen.

Landbevölkerung fühlt sich "sprichwörtlich abgehängt"

Herzstück des Streckenausbauplans sei die Einführung eines "Deutschlandtakts", um nicht nur in die nächste Stadt zu gelangen, sondern bundesweite Ziele zuverlässig ansteuern zu können. Außerdem solle der Aufbau von öffentlichen Ladesäulen für Elektroautos stärker gefördert werden. Die Kaufprämie für E-Autos solle verdoppelt werden.

Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Stephan Kühn, sagte den RND-Zeitungen, die Verkehrswende dürfe "nicht an Stadtgrenzen Halt machen, sondern muss auch im Umland, in ländlichen Regionen für bezahlbare, zuverlässige und klimafreundliche Mobilität sorgen". Dort würden sich viele Menschen "sprichwörtlich abgehängt" fühlen.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP

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