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Maduro in Venezuela unter Druck Guaidó mobilisiert Zehntausende Helfer

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Der venezolanische Oppositionsführer Guaidó will humanitäre Hilfe mit Tausenden Helfern ins Land holen.

(Foto: dpa)

Die venezolanische Armee konnte der selbsternannte Interimspräsident Guaidó noch nicht auf seine Seite ziehen. Um zumindest die Versorgungskrise im Land zu beheben, stellt er nun eigenen Brigaden auf. Staatschef Maduro droht derweil, die Pläne militärisch zu attackieren.

Im Machtkampf zwischen Regierung und Opposition in Venezuela haben Tausende freiwillige Helfer ihren Einsatz für humanitäre Hilfe versprochen. Sie legten am Wochenende in der Hauptstadt Caracas einen Schwur ab, bei der Verteilung der Hilfsgüter in dem südamerikanischen Land zu helfen.

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"Wir werden Brigaden aufstellen, die die Hilfsgüter ins Land bringen", sagte der selbsternannte Interimspräsident Juan Guaidó vor rund 4000 Freiwilligen. Demnach ließen sich bereits rund 600.000 Menschen für die Verteilung der Hilfsgüter registrieren. Guaidó erklärte, dass die Lieferungen mit Hilfe der Gewerkschaft der Lastwagenfahrer am 23. Februar von den Sammelstellen in den Nachbarländern nach Venezuela geholt würden - "komme, was da wolle".

In der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta stehen bereits tonnenweise US-Hilfsgüter wie Lebensmittel und Medikamente bereit. Am Samstag landete in Cúcuta ein US-Militärtransportflugzeug vom Typ C-17. Die Maschine brachte Nahrungsergänzungsmittel und Hygienekits von der US-Militärbasis Homestead im Bundesstaat Florida in das Grenzgebiet, wie die Zeitung "El Nacional" berichtete.

Maduro droht mit Militäreinsatz

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Der umstrittene Staatschef Nicolás Maduro hält die humanitäre Hilfe allerdings für einen Vorwand für eine militärische Intervention und will sie nicht ins Land lassen. Diese dienten zur Tarnung der Vorbereitung einer US-Invasion, hatte Maduro am Freitag erklärt. Die USA veranstalteten eine "Show mit vergammelten und verseuchten Lebensmitteln".

Bei einem Treffen mit der Militärführung sagte er nun, "die Streitkräfte sind darauf vorbereitet, das Land zu verteidigen". Es müsse geprüft werden, "welche neuen Truppen" notwendig seien, um die 2200 Kilometer lange Grenze zu Kolumbien "unverletzbar" zu machen.

Guaidó rief die hinter Maduro stehende Armee via Twitter erneut dazu auf, sich auf die Seite der Opposition zu stellen und die Hilfe durchzulassen. "Sie haben jetzt sieben Tage Zeit, sich auf die Seite der Verfassung zu stellen und das Richtige zu tun", schrieb er.

Pence ermahnt EU

Parlamentschef Guaidó hatte sich am 23. Januar zum Interimspräsidenten ernannt und Maduro damit offen herausgefordert. Zahlreiche Staaten, darunter die USA und Deutschland, haben ihn als rechtmäßigen Übergangsstaatschef anerkannt. Maduro kann sich auf Russland, China und die Türkei, Kuba, Bolivien und Nicaragua sowie die Südafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft stützen. Auch die mächtigen Streitkräfte des Landes stehen noch an seiner Seite.

Bei der Münchner Sicherheitskonferenz forderte US-Vizepräsident Mike Pence die Europäische Union noch einmal eindringlich auf, Guaidó einheitlich als "einzigen legitimen Präsidenten Venezuelas" anzuerkennen. Hintergrund der Forderungen ist, dass die Europäische Union in der Frage des Umgangs mit Guaidó bislang keine geschlossene Haltung hat. Deutschland und etliche andere europäische Staaten erkennen Guaidó als Übergangspräsident an, Italien aber zum Beispiel nicht. "Nicolás Maduro ist ein Diktator ohne legitimen Machtanspruch", sagte Pence.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa/AFP

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