Politik

"Operation Freiheit" oder Putsch Guaidó ruft zu weiteren Protesten auf

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Juan Guaidó sieht sich im Aufwind. Er sucht in der seit Monaten andauernden Auseinandersetzung mit Präsident Maduro offenbar die Entscheidung.

(Foto: REUTERS)

Der eine ruft die "Operation Freiheit" aus, der andere spricht von Putsch: Der Kampf um die Macht in Venezuela zwischen Oppositionsführer Guaidó und Präsident Maduro erreicht seinen bisherigen Höhepunkt. Es drohen blutige Auseinandersetzungen auf den Straßen.

Nach dem Aufstand einiger Soldaten in Venezuela hat Präsident Nicolás Maduro diesen für gescheitert erklärt. "Ich danke der Militärführung für den Mut bei der Verteidigung des Friedens", sagte er in einer Ansprache.

Am Dienstagmorgen hatte der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó einige Soldaten auf seine Seite gezogen und den Rest der Streitkräfte dazu aufgerufen, sich ihm anzuschließen. Abtrünnige Soldaten befreiten zudem den seit Jahren inhaftierten Oppositionsführer Leopoldo López aus dem Hausarrest.

Nach Darstellung von Maduro seien die Soldaten unter einem Vorwand zu einer Autobahn nahe dem Militärstützpunkt La Carlota gelockt worden. Als sie merkten, dass es sich um einen Coup der Opposition handelte, seien die meisten umgekehrt, sagte Maduro. Gegen den harten Kern von etwa 20 abtrünnigen Soldaten ermittele nun die Generalstaatsanwaltschaft. "Diese Verräter werden ihr Schicksal noch kennenlernen", so Maduro.

US-Airlines sollen Venezuela verlassen

Guaidó wiederum hat seine Anhänger zu weiteren Protesten gegen Maduro aufgerufen. Die "Operation Freiheit" werde am Mittwoch mit Straßenprotesten im ganzen Land fortgesetzt, sagte der Oppositionsführer in einem Internet-Video. Die Streitkräfte müssten weiter "voranschreiten", um Maduro abzusetzen.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat indes Fluggesellschaften aufgefordert, Venezuela wegen der unsicheren Lage binnen 48 Stunden zu verlassen. Dies umfasse auch Privatjets. Zudem wies die FAA amerikanische Flugzeugbetreiber an, bis auf Weiteres eine Mindestflughöhe von 26.000 Fuß über Venezuela einzuhalten. Grund dafür sei die zunehmende politische Instabilität und Spannungen im Land.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa/AFP/rts

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