Politik

"Angemessene Antwort" auf Rede Habeck verteidigt seine Trump-Schelte

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Robert Habeck sagte, US-Präsident Trump sei kein Alliierter, sondern der "Gegner".

(Foto: picture alliance/dpa)

Nicht er sei ein Problem für die deutsch-amerikanischen Beziehungen, sondern US-Präsident Trump. Gerade der müsse "auch die Widerrede aushalten". Das antwortet der Grünen-Vorsitzende Habeck seinen Kritikern und dürfte damit nun eine schwere Reise vor sich haben.

Grünen-Chef Robert Habeck hat seine scharfe Kritik an US-Präsident Donald Trump verteidigt und Vorwürfe des Antiamerikanismus entschieden zurückgewiesen. Er habe mit seinen Äußerungen nicht die USA angesprochen, "sondern Donald Trump", sagte Habeck im Deutschlandfunk. Ein Mensch wie Trump "muss auch die Widerrede aushalten".

Habeck, der sich derzeit in den USA aufhält, hatte zuvor den Auftritt von Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos als "desaströs" bezeichnet. "Er ist der Gegner", hatte der Grünen-Chef in einem Interview weiter gesagt. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte die Äußerungen des Grünen-Chefs daraufhin als "schädlich" kritisiert. Auch weitere CDU-Politiker, sowie FDP-Chef Christian Lindner stellten sich gegen Habeck und warfen ihm vor, die deutsch-amerikanischen Beziehungen zu beeinträchtigen.

Habeck bekräftigte dagegen seine Kritik. Diese sei "eine angemessene Antwort" auf die Rede von Trump in Davos gewesen. Der US-Präsident habe sich darin gegen die Leitideen des Weltwirtschaftsforums gestellt, die Wirtschaftsweise so zu ändern, "dass wir das Klima schützen und Wachstum und Wohlstand vereinbaren mit Nachhaltigkeit", warf der Grünen-Chef Trump vor.

Habeck hält Rede in Washington D.C.

Der US-Präsident sei "ein Hindernis bei der Suche nach neuen Lösungen", sagte Habeck im Deutschlandfunk weiter. Das müsse man klar so interpretieren und dies habe auch "nichts mit der Gleichsetzung von Trump und den USA zu tun". Vielmehr sei es gerade wichtig, "gegenüber Donald Trump eine klare Sprache" zu sprechen. "Wenn wir die Fähigkeit, uns darüber zu empören, verlieren, wenn alles gleich ist, wenn es keinen Unterschied mehr in der Qualität von Politik gibt, dann macht doch politische Auseinandersetzung gar keinen Sinn", sagte der Grünen-Vorsitzende.

Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland betonte Habeck die Bedeutung der deutsch-amerikanischen Beziehungen und die Verdienste der USA bei der Befreiung vom Faschismus, beim Wiederaufbau der deutschen Demokratie, sowie der Wiedervereinigung. Die Länder verbinde "eine Wertegemeinschaft, die wir aufrecht erhalten müssen, auch wenn der US-Präsident offen an diesem Wertefundament rüttelt". Der Grünen-Chef hält an diesem Freitag eine Rede in der US-Hauptstadt Washington. "Diese Reise ist mir umso wichtiger, als die deutsch-amerikanische Freundschaft gerade in Zeiten Donald Trumps gepflegt werden muss", sagte er. "Die USA und die transatlantischen Beziehungen sind weit mehr als Donald Trump."

Unterstützung bekommt er von seinem Parteifreund, dem Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour: "Gerade weil die transatlantischen Beziehungen für uns zentral sind, muss man sich gegen Trumps Politik sperren", sagte er. Das zu erkennen, sei für Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer "eine Pflicht, die sich aus ihrem Amtseid ableitet". Er fügte hinzu: "Diese Realität zu bestreiten, ist schlicht einfältig."

Quelle: ntv.de, lwe/AFP/dpa