Politik
Ministerin Christina Schulze Föcking ist seit Sommer 2017 im Amt.
Ministerin Christina Schulze Föcking ist seit Sommer 2017 im Amt.(Foto: imago/Markus van Offern)
Freitag, 16. März 2018

Schulze Föcking wird bedroht: Hacker manipulieren TV von NRW-Ministerin

Die Täter schlagen im Zuhause der Agrarministerin von Nordrhein-Westfalen zu. Wie von Geisterhand erscheint auf dem Fernseher von Christina Schulze Föcking plötzlich eine Aufnahme aus dem Landtag. Außerdem bekommt sie Drohungen.

Die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking ist Opfer einer Cyberattacke auf ihren Fernseher geworden. Unbekannte verschafften sich offenbar Zugang zu dem Datennetz in ihrem Wohnhaus und manipulierten ihren Fernseher am Donnerstagabend: Auf dem Bildschirm sei plötzlich eine Aufnahme von einer Fragestunde im Landtag abgespielt worden, hieß es in einer Erklärung der Landesregierung. Dabei ging es um die Schweinehaltung in ihrem Familienbetrieb.

Das Landeskriminalamt prüft nun, inwieweit die Täter Zugriff auf persönliche Daten der CDU-Politikerin hatten. Kurz vor der Tat sei die Ministerin bereits über ihr persönliches Profil in einem sozialen Netzwerk massiv bedroht worden, so Regierungssprecher Christian Wiermer. Der Staatsschutz wurde deshalb informiert.

Die Landtagsfraktionen von CDU, SPD, FDP und Grünen verurteilten den Vorfall in einer gemeinsamen Erklärung. Wenn Beleidigungen, Drohungen oder gar Gewalt zum Mittel der politischen Auseinandersetzung würden, sei eine Grenze überschritten, hieß es. Das Vorgehen der Täter sei "abstoßend".

Im vergangenen Jahr hatten Tierschützer heimlich Videoaufnahmen im Mastbetrieb der Familie Schulze Föcking in Steinfurt gemacht. Die Bilder zeigten Schweine mit zum Teil abgebissenen Schwänzen und entzündeten Gelenken. Die Aufnahmen wurden bei "Stern TV" ausgestrahlt. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf, stellte diese aber Mitte September ein. Demnach gab es keinen Verdacht auf eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz.

Quelle: n-tv.de