Politik

Bei Razzia festgenommen Haftbefehl für "Reichsbürger"-Anhänger

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(Foto: dpa)

In mehreren Bundesländern schlagen die Ermittler zu. Zwei Männer werden festgenommen. Sie stehen im Verdacht eine rechstextremistische Vereinigung gegründet zu haben. Zudem sehen die Behörden eine Nähe zu den "Reichsbürgern".

Nach den Razzien gegen ein Netzwerk von Rechtsextremen sitzen zwei Männer in Haft. Der 51-jährige Thiemo B. sei dringend verdächtig, gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz verstoßen zu haben, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Zudem soll er sich zusammen mit weiteren Beschuldigten zu einer rechtsterroristischen Vereinigung zusammengeschlossen haben. Derweil hat die Staatsanwaltschaft Mannheim einen Haftbefehl gegen einen 66-Jährigen erwirkt. Bei ihm gehe es um den Vorwurf der Volksverhetzung, sagte ein Sprecher der Behörde. Laut Bundesanwaltschaft soll die Gruppe Anschläge auf Juden, Asylbewerber und Polizisten geplant haben. Erkenntnisse zu konkreten Vorbereitungen gebe es aber nicht.

Der 66-Jährige stammt aus Schwetzingen in der Nähe von Heidelberg und soll der Bewegung der "Reichsbürger" nahestehen, die der Verfassungsschutz beobachtet. Sogenannte Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik nicht an und behaupten, das Deutsche Reich bestehe bis heute fort.

Die beidem Männer waren am Mittwoch bei Durchsuchungen in sechs Bundesländern festgenommen worden. Bei dem 51-Jährigen waren laut Karlsruher Behörde zufolge unter anderem Sprengstoff, diverse Waffen und Munition beschlagnahmt worden. "Nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen sollten die sichergestellten Gegenstände zur Umsetzung der Ziele der Vereinigung verwendet werden", erklärte die Bundesanwaltschaft.

Die Ermittler waren gegen sieben Beschuldigte vorgegangen. Die Gruppe selbst soll aus sechs Menschen zwischen 35 und 66 Jahren bestanden haben. Ein siebter Verdächtiger soll das Netzwerk "durch Beschaffungshandlungen" unterstützt haben. Durchsucht wurden Wohnungen und Räume in Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Ursprünglich hatten Sicherheitskreise in Baden-Württemberg am Mittwoch von einem 62 Jahre alten Hauptverdächtigen gesprochen. Nach offiziellen Angaben der Justizbehörden ist der Mann aber 66.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/AFP