Politik

Instagram-Skandal bei Bundeswehr Hakenkreuz-Uniform als Retro-Mode betitelt

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Die Bundeswehr bezeichnet den Story-Eintrag auf Instagram als "gedankenlos" und "unsensibel".

(Foto: Instagram/Bundeswehr)

Die Bundeswehr hat einen handfesten Social-Media-Skandal. In einer Story auf Instagram zeigt die Truppe eine Wehrmachtsuniform samt Hakenkreuzen und witzelt über Elemente zeitgemäßer Mode.

Die Bundeswehr schreibt in der jüngsten Vergangenheit eher negative Schlagzeilen. Jetzt hat die Truppe einen imageschädigenden Beitrag auf Instagram gepostet. In einer Story des Bundeswehr-Accounts wurde eine Wehrmacht-Uniform gezeigt, darunter der Text: "Auch Mode ist ein Aspekt. Bis heute halten sich militärische Stilelemente in der Haute Couture." Im Bild wurde zudem der Schriftzug "Retro" platziert. An der Uniform hängen zwei Eiserne Kreuze, ein Verwundeten-Abzeichen der Wehrmacht und ein Reichsadler. Auf allen vier Abzeichen und Orden ist das Hakenkreuz deutlich zu erkennen.

Die Uniform ist Teil einer Ausstellung im Militärhistorischen Museum Dresden und der Post Teil einer längeren Story auf Instagram. Mittlerweile wurde der Eintrag zur Uniform wieder gelöscht. "Der Text zum Bild ist tatsächlich missverständlich", erklärte das Ministerium gegenüber der "Bild"-Zeitung und bezeichnete die Story als "gedankenlos" und "unsensibel". Der verantwortliche Mitarbeiter solle nun mit einem Gespräch zusätzlich sensibilisiert werden. "Die Wehrmacht ist für die Bundeswehr in keinem Fall sinn- und traditionsstiftend", erklärte ein Sprecher der Bundeswehr weiter.

Um Unsicherheiten im Umgang mit historisch-militärischen Objekten besser klären zu können, gibt es bei der Bundeswehr seit zwei Jahren eine Ansprechstelle für militärhistorischen Rat. Von August 2017 bis Oktober 2019 wurde in über 400 Fällen bereits Hilfestellung beim "Umgang mit historischen Objekten" geleistet. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der "Tageszeitung" vorliegt. Die Mehrheit der Anfragen bezieht sich auf Exponate oder Personen aus der Wehrmachtszeit. Auf Social-Media-Kanälen bleibt in der Regel keine Zeit für derartige Überprüfungen.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Bundeswehr einen neuen Leitfaden zum Umgang mit sozialen Medien verbreitet. Darin heißt es in der Eröffnung: "Bundeswehrangehörige sollen sich, ihren Arbeitgeber und ihren dienstlichen Alltag authentisch, stolz und mit Freude präsentieren. Tragen Sie dazu bei, das Bild des Arbeitgebers Bundeswehr weiter zu verbessern und dessen Einbindung in die Gesellschaft zu fördern."

Die Aktivitäten der Bundeswehr auf sozialen Netzwerken sind Teil einer Image-Kampagne der Bundeswehr. Die Truppe versucht auf verschiedenen Wegen, neue Rekruten zu gewinnen. Dazu beitragen sollen unter anderem Webserien auf Youtube oder ein jährlicher Stand auf der Videospielmesse Gamescom.

Quelle: ntv.de, mba