Politik

Experten sehen erste Anzeichen Hat Moskau seinen Plan vom großen Zangenangriff begraben?

imago0158726792h.jpg

Russischer Soldat in der verwüsteten Stadt Popasna.

(Foto: IMAGO/ITAR-TASS)

Eine große Kesseloperation soll den Donbass für Moskau sichern. Doch bislang sind die Erfolge der russischen Truppen marginal. US-Militärexperten glauben, dass der Kreml seine Ziele der aktuellen Lage anpasst und sich nun auf eine lokale Zangenbewegung konzentriert.

Seit drei Wochen läuft in der Ostukraine die zweite Phase der russischen Invasion. Doch größere Geländegewinne können Moskaus Militärstrategen bislang nicht verkünden. Das US-Institut für Kriegsforschung (ISW) glaubt nun Anzeichen zu erkennen, dass die russischen Streitkräfte sogar ihren groß angelegten Zangenangriff im Donbass begraben haben.

In den vergangenen Tagen haben die russischen Militärplaner starke Kräfte bei der Stadt Isjum konzentriert, um von dort aus Richtung Süden vorzustoßen. Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs sieht Moskaus Plan vor, über die Stadt Slowjansk eine Verbindung mit russischen Kräften in Debalzwewe herzustellen. Mit diesem Vorstoß wären ukrainische Truppen im Frontbogen weiter östlich abgeschnitten. Doch der anhaltende Widerstand und ukrainische Erfolge im Raum Charkiw scheinen den Plan zu gefährden.

Dem ISW zufolge scheint der Kreml die große Zangenbewegung jetzt zugunsten einer kleineren Kesseloperation im Bereich der Nachbarstädte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk in der Region Luhansk zu favorisieren. Nach der mutmaßlichen Eroberung von Rubischne und Gefechten in der angrenzenden Siedlung Wojewodiwka werden russische Verbände in den kommenden Tagen wahrscheinlich einen Angriff auf Sjewjerodonezk starten, so die Militärexperten.

Für die These spreche, dass Moskaus Einheiten nach der Einnahme der weiter südlich gelegenen Stadt Popasna bislang nicht nach Osten in Richtung Autobahn vordringen, die Slowjansk mit Debalzwew verbindet. Stattdessen würden die Einheiten nach Norden Richtung Sjewjerodonezk und Lyssytschansk marschieren. Hinzu komme, dass die von Isjum ausgehenden Angriffe merklich nachgelassen hätten.

Es sei aber unklar, ob die russischen Streitkräfte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk einkreisen, geschweige denn erobern könnten, heißt es in der Analyse des ISW. Denn bislang hätten die russischen Truppen bei Kämpfen in urbanen Gebieten keine gute Figur gemacht. Zudem könnte Kiew seine Truppen in den beiden Städten verstärken, sollte Russland seine von Isjum ausgehenden Angriffe komplett einstellen.

Quelle: ntv.de, jpe

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen