Politik

"Hat sich schrecklich verhalten"Trump droht Spanien mit Handelsembargo

03.03.2026, 19:10 Uhr
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Beim Besuch des deutschen Bundeskanzlers im Weißen Haus teilt der US-Präsident kräftig aus. Spanien droht er mit einem Ende "aller Deals". Das Land habe nicht, was die USA brauchen, so Trump.

US-Präsident Donald Trump hat Spanien mit einem Handelsembargo gedroht. "Spanien hat sich schrecklich verhalten. Ich habe Scott gesagt, er solle alle Deals mit Spanien beenden", erklärte der Republikaner unter Bezug auf seinen Finanzminister Scott Bessent. "Ich kann morgen oder sogar besser noch heute alles, was mit Spanien zu tun hat, stoppen", sagte Trump im Beisein von Bundeskanzler Friedrich Merz bei dessen Besuch im Oval Office. Als ein Instrument nannte der US-Präsident ein Embargo gegen das EU-Land: "Wir werden jeglichen Handel mit Spanien beenden, wir wollen mit Spanien nichts mehr zu tun haben."

Spanien hatte den USA zuvor untersagt, bei seinen Angriffen gegen den Iran Stützpunkte im eigenen Land zu nutzen. Die Regierung von Pedro Sánchez hatte die Nutzung der Militärbasen Rota und Morón in Andalusien untersagt. Die Basen im Süden des Landes werden seit Jahrzehnten gemeinsam von Spanien und den USA genutzt. Man stelle diese Stützpunkte für die aktuellen Schläge gegen den Iran "auf keinen Fall" zur Verfügung und werde das auch in Zukunft nicht tun, sagte Verteidigungsministerin Margarita Robles. Sie kritisierte das US-israelische Vorgehen gegen den Iran als nicht gedeckt durch eine internationale Resolution.

Bei Trump stößt das auf Unverständnis. "Sie sagten, wir könnten ihre Stützpunkte nicht nutzen. Wir könnten ihre Stützpunkte nutzen, wenn wir wollten. Wir könnten einfach hinfliegen und sie nutzen", drohte der US-Präsident. Niemand wird uns verbieten, sie zu nutzen."

"Spanien hat absolut gar nichts, was wir brauchen, abgesehen von tollen Menschen. Sie haben tolle Menschen, aber keine tollen Anführer", sagte Trump. Er beklagte sich auch über die spanische Weigerung, die Verteidigungsausgaben auf fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern. Die Nato-Staaten hatten einen entsprechenden Schritt beim letzten Gipfeltreffen in den Niederlanden vereinbart. Das Land auf der iberischen Halbinsel habe sich "sehr, sehr unkooperativ" verhalten, führte Trump aus. Merz erklärte im Oval Office, dass man Spanien davon überzeugen müsse, sich auch an das vereinbarte Nato-Ziel zu halten.

Die spanische Regierung erklärte zu den Drohungen von Präsident Trump, die Handelsbeziehungen zu kappen, dass keine einseitigen Änderungen vorgenommen werden könnten. "Wenn die US-Regierung diese überprüfen möchte, muss sie dabei die Autonomie privater Unternehmen, das Völkerrecht und die bilateralen Abkommen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten respektieren", hieß es in einer Stellungnahme. Sie fügte hinzu: "Der Wille der spanischen Regierung ist und bleibt es, sich für den freien Handel und die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Ländern auf der Grundlage gegenseitigen Respekts und der Einhaltung des Völkerrechts einzusetzen. Denn was die Bürger fordern und verdienen, ist mehr Wohlstand und nicht mehr Probleme."

Neben Spanien nahm der US-Präsident auch Großbritannien und die Regierung von Premierminister Keir Starmer ins Visier. "Nebenbei: Mit Großbritannien bin ich auch nicht zufrieden." Trump kritisierte, dass die britische Regierung plant, das Chagos-Archipel im Indischen Ozean an Mauritius abzugeben und anschließend zu pachten. "Das ist nicht Winston Churchill, mit dem wir es da zu tun haben", so Trump.

Quelle: ntv.de, lme

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