Politik

AfD-Zoff Henkel kontert "Dauerurlaub"-Vorwürfe

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Im Zentrum der Kritik: AfD-Parteivize Henkel.

(Foto: picture alliance / dpa)

In der AfD halten die Meinungsverschiedenheiten auch über die Osterfeiertage an. Ein Landeschef kritisiert die Arbeitsmoral von Parteivize Hans-Olaf Henkel. Der keilt nun verbal zurück.

In der AfD gibt es mal wieder Ärger - diesmal um Parteivize Hans-Olaf Henkel. Führende Politiker der Partei hatten zuletzt dessen mangelnde Arbeitsmoral kritisiert. Marcus Pretzell, NRW-Landeschef und EU-Parlamentskollege beklagte den "Dauerurlaub" Henkels: "In Brüssel sehen wir Hans-Olaf Henkel leider fast gar nicht mehr, er fehlt an allen Ecken und Enden."

Nun kontert der Gescholtene. "Wie ich meine Arbeit in Brüssel, Straßburg und wahlkämpfend in Deutschland organisiere und wo ich meinen Osterurlaub verbringe, ist meine Sache und nicht die des derzeitigen Sprechers der AfD in NRW", sagte Henkel der "Bild". Offenbar, so der 75-Jährige, wolle hier jemand nur "vorsorglich von seinen steuerlichen Problemen" ablenken. Gemeint ist wohl Parteikollege Pretzell. Henkel ist zurzeit im Urlaub in Brasilien und nimmt gemeinsam mit seiner Frau an einer Amazonas-Tour teil.

Ist die Kritik berechtigt? Wie die "Bild" berichtet, fehlte Henkel bei fast allen Sitzungen des Industrie-Ausschusses, in dem er sitzt. Am 9. März war er anwesend, am 21./22. Januar, 23./24. Februar und 23./24. März fehlte er jedoch. Auch Sitzungen und Telefonkonferenzen des AfD-Bundesvorstands blieb er häufig fern. "An den Sitzungen des Bundesvorstands nimmt Olaf Henkel quasi nie teil, dafür schreibt er umso mehr Emails oder postet etwas bei Facebook", sagte Parteivize Alexander Gauland der "Bild". Im Januar und Februar war Henkel häufig abwesend, weil er eine USA-Reise machte und seine Partei im Wahlkampf für die Hamburger Bürgerschaftswahl unterstützte.

Die Debatte gibt dem heftigen AfD-Führungsstreit der letzten Wochen einen neuen Schub. Der Konflikt zwischen den Nationalkonservativen um Gauland und Parteisprecherin Frauke Petry sowie den Liberalkonservativen um Henkel und Parteichef Bernd Lucke war zuletzt eskaliert. Hochrangige Mitglieder wie die Vorstandsbeisitzerin Beatrix Diefenbach erklärten ihren Austritt. Auslöser war, dass beide Flügel Resolutionen initiiert hatten, um den künftigen Kurs der Partei zu bestimmen.

Auch Henkel hatte sich in dem Streit zu Wort gemeldet. Bei Facebook schrieb er am 31. März einen Offenen Brief an Petry und Gauland: "Es ist nicht weiter hinnehmbar, dass Sie immer wieder versuchen, die Presse für Ihre innerparteilichen Zwecke und Machtspielchen zu instrumentalisieren! Das Wiedererstarken der FDP und die stagnierenden Umfragewerte für unsere Partei gehen inzwischen weitestgehend auf Ihr Konto." Petry und Gauland sollten ihre ständigen Angriffe zulasten von Lucke unterlassen und aufhören der "Partei zu schaden".

Quelle: ntv.de, cro