Politik
Absicherung für freischaffende Künstler und Publizisten: Herbert Ehrenberg saß mit Bundeskanzler Schmidt am Kabinettstisch (Archivbild).
Absicherung für freischaffende Künstler und Publizisten: Herbert Ehrenberg saß mit Bundeskanzler Schmidt am Kabinettstisch (Archivbild).(Foto: dpa)
Montag, 26. Februar 2018

Vater der Künstlersozialkasse : Herbert Ehrenberg ist tot

Deutschland nimmt Abschied von einem Spitzenpolitiker der Ära Schmidt: Herbert Ehrenberg, SPD-Politiker und Ex-Bundesminister, ist in hohem Alter gestorben. Sein Name bleibt eng verbunden mit wichtigen Weichenstellungen der Arbeits- und Sozialpolitik.

Der frühere Bundesarbeitsminister Herbert Ehrenberg ist im Alter von 91 Jahren gestorben, wie der SPD-Kreisverband Wilhelmshaven bestätigte. Einem Bericht der "Wilhelmshavener Zeitung" zufolge starb der Sozialdemokrat bereits am Dienstag vergangener Woche.

Geburt in Ostpreußen, Lebensabend im Kreis Friesland: Bundesminister a.D. Ehrenberg, hier bei einem Parteitag der SPD.
Geburt in Ostpreußen, Lebensabend im Kreis Friesland: Bundesminister a.D. Ehrenberg, hier bei einem Parteitag der SPD.(Foto: dpa)

Von 1976 bis 1982 war Ehrenberg Minister für Arbeit und Sozialordnung in der sozialliberalen Regierung von Helmut Schmidt. Kenner der Materie verbinden seinen Namen unter anderem mit Themen wie dem Betriebsverfassungsgesetz oder der Einführung einer flexiblen Altersgrenze bei der Rentenversicherung.

1983 gründete der studierte Ökonom zudem die Künstlersozialversicherung (KSK), die heute fast 187.000 selbstständigen Künstlern und Publizisten einen Zugang zur gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung verschafft. Angesiedelt ist die Sozialkasse in Wilhelmshaven.

SPD-Mitglied seit 1955

Der gebürtige Ostpreuße und engagierte Gewerkschafter begann seine politische Laufbahn in Niedersachsen. 1955 trat er in die SPD ein. Von 1974 bis 1984 gehörte er deren Präsidium an. In Bonn übernahm er zunächst leitende Funktionen in der Ministerialbürokratie.

1971 wurde er Staatssekretär im Arbeitsministerium, fünf Jahre später Minister. Während dieser Zeit versuchte er, den Arbeitsmarkt in Richtung Vollbeschäftigung zu entwickeln, die Rentenfinanzen zu sanieren und die Ausgaben im Gesundheitswesen zu bremsen.

Im Bundestag saß er von 1972 bis 1990. Während der Zeit der deutschen Wiedervereinigung stellte er den neuen Bundesländern sein Wissen zur Verfügung und beriet die letzte DDR-Regierung beim Aufbau einer zentralen Arbeitsverwaltung. Seine letzten Jahre verbrachte er an seinem Wohnort Hooksiel im Kreis Friesland - in jenem Wahlkreis, den er bis zur Wende als Abgeordneter im Bundestag vertreten hatte.

Datenschutz

Quelle: n-tv.de