Politik

Fünf islamische Länder betroffen Höchstes Gericht billigt US-Einreiseverbot

AP_17054833902343.jpg

Trumps Einreiseverbote hatten massive Proteste ausgelöst.

(Foto: AP)

Der Oberste Gerichtshof der USA stellt sich im Streit um das jüngste Einreiseverbot von US-Präsident Trump für Menschen aus mehreren islamischen Ländern auf die Seite der Regierung. Es ist das Ende eines langen Rechtsstreits.

Im Streit um das jüngste Einreiseverbot von US-Präsident Donald Trump für Menschen aus fünf islamischen Ländern hat sich der Supreme Court in Washington auf die Seite der Regierung gestellt. Die Urteilsbegründung fiel mit fünf zu vier Stimmen denkbar knapp aus. In dem Fall ging es um die jüngste Form der Visa-Sperren, die die Regierung im vergangenen September erlassen hatte. Betroffen davon sind Menschen aus dem Iran, Libyen, Somalia, Syrien und dem Jemen.

Das erste Einreiseverbot für Menschen aus mehreren überwiegend muslimisch geprägten Ländern hatte Trump nur eine Woche nach seinem Amtsantritt am 20. Januar 2017 verhängt und damit weltweit Entsetzen ausgelöst. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisierte die Maßnahme. Damals kam es zu Chaos an etlichen Flughäfen und massiven Protesten.

Ein Bundesrichter stoppte Trumps Erlass schließlich vorläufig. In den folgenden Monaten sollte es zu einer zähen juristischen Auseinandersetzung kommen. Trumps Regierung überarbeitete das Einreiseverbot mehrfach - immer wieder legten Gerichte die verschiedenen Versionen aber auf Eis. Im vergangenen Dezember ließ der Supreme Court die jüngste Form der Visa-Sperren aus dem September schließlich vorübergehend in Kraft treten. Betroffen davon war neben dem Iran, Libyen, Somalia, Syrien und dem Jemen auch der Tschad.

Trumps Regierung hatte argumentiert, diese Länder genügten den Anforderungen der USA für ausreichende Sicherheitsüberprüfungen von Visa-Antragstellern und Informationsaustausch nicht. Der Tschad wurde später wieder von der Liste gestrichen. Beschränkungen gibt es zudem für Nordkorea und Venezuela.

In dem Fall vor dem Supreme Court standen sich auf der einen Seite Trumps Regierung und auf der anderen der Bundesstaat Hawaii sowie weitere Kläger gegenüber. Die Gegner bezweifelten die Verfassungsmäßigkeit von Trumps Maßnahme und warfen ihm vor, seine Kompetenzen überschritten zu haben. Sie verwiesen zudem auf anti-muslimische Äußerungen des Wahlkämpfers Trump, der "eine komplette Blockade der USA für Muslime" geforderte hatte, und argumentierten, er diskriminiere Menschen aufgrund ihrer Religion. Die Regierung hingegen erklärte, dass der Präsident weitgehende Befugnisse bei der Einwanderungspolitik habe und dass das überarbeitete Einreiseverbot angemessen und legal sei. Sie erklärte, es beziehe sich auf die nationale Sicherheit, nicht auf Religion.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa/AFP

Mehr zum Thema