Politik

Scharfe Kritik an Parteispitze Höcke löst den "Flügel" der AfD auf

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Höcke kündigt an, es werden nicht alle mithalten können.

(Foto: imago images/Karina Hessland)

Die AfD-Spitze fordert die Auflösung des "Flügels" - und deren Frontmann Höcke verkündet das Ende der vom Verfassungsschutz beobachteten Gruppierung. Zudem stellt er sich offen gegen Teile der Partei und die Führung - und droht.

Der rechtsnationale "Flügel" der AfD löst sich auf. Zuvor hatte die Parteispitze diesen Schritt gefordert - allen voran Parteichef Jörg Meuthen. Hintergrund ist die Bewertung der Gruppierung als extremistische Bewegung durch den Verfassungsschutz. "Flügel"-Frontmann Björn Höcke sagte in einem Interview mit dem Szene-Verleger Götz Kubitschek, dass die Gruppierung über diesen Schritt seit einiger Zeit selbst nachdenke. Nun gehe es "eben schneller".

Nach Einschätzung Höckes ist der "Flügel" als Netzwerk "sehr selbstbewusst aufgetreten" und habe dabei "nicht nur politikfähige, also geeignete Leute angezogen". Kritik äußerte er zudem an der Parteiführung: Die Gründung des "Flügels" habe vor fünf Jahren dazu gedient, "den Einbau der AfD ins Establishment zu verhindern". Ohne die Gruppering wäre die AfD "vielleicht gerade noch eine Art eigenständige Werteunion, also ein Mehrheitsbeschaffer von Merkels Gnaden. Das hat der 'Flügel' verhindert." Nun brauche es einen "einen Impuls, der über den 'Flügel' hinausweist und die Einheit der Partei betont".

Zugleich kündigte der Thüringer Landeschef an, zusammen mit seinem Brandenburger Amtskollegen Andreas Kalbitz und "anderen politikfähigen 'Flügler'" würden sie "ihren politischen Kurs im Sinne der AfD weiterführen". Weiter deutete Höcke an, dass die umstrittene Gruppierung von einigen Parteimitgliedern missverstanden worden sei. Ihnen sowie denjenigen "in der Partei und im Bundesvorstand, die auf Kosten ihrer Parteifreunde allzu gute Kontakte zum Establishment suchen" stellte Höcke in Aussicht, die "werden nicht mithalten können". Bei der Abstimmung im Parteivorstand hatte Berichten zufolge nur ein Mitglied gegen die Forderung nach einer Auflösung des "Flügels" votiert.

Am gestrigen Freitag hatte der Bundesvorstand gefordert, der "Flügel" müsse sich zum 30. April auflösen. In der AfD wird befürchtet, die gesamte Partei könne wegen der rund 7000 Sympathisanten umfassende Strömung unter Beobachtung durch den Verfassungsschutz gestellt werden.

Quelle: ntv.de, jwu