Politik

Präsidentenwahl in Österreich Hofer und Van der Bellen duellieren sich

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Van der Bellen und Hofer (r.) stehen für grundverschiedene Überzeugungen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ein knappes halbes Jahr nach dem ersten Versuch wählt Österreich am 4. Dezember einen neuen Präsidenten. Die Fronten sind noch verhärteter als im Mai, wie das TV-Duell des Rechtspopulisten Hofer und seines grünen Kontrahenten Van der Bellen zeigt.

Die beiden Präsidentschaftsanwärter in Österreich haben sich drei Tage vor der Wahl ein inhaltlich scharfes und teilweise emotionales Duell geliefert. Ex-Grünen-Chef Alexander Van der Bellen und der Kandidat der rechtspopulistischen FPÖ, Norbert Hofer, bezichtigten sich mehrfach der Lüge in verschiedenen politischen Fragen. Große Gegensätze prägten die Antworten auf außenpolitische Fragen in dem letzten TV-Duell vor der Abstimmung am Sonntag.

Hofer setzte sich erneut für ein Ende der EU-Sanktionen gegen Russland ein. Van der Bellen kritisierte die Verletzungen der Menschrechte in der Türkei, will die Kontakte aber nicht abbrechen. Eine neue Position ergab sich beim Umgang mit zurückgekehrten Dschihadisten der Terrormiliz Islamischer Staat. "Wenn Sie sich der Fremdenlegion anschließen, verlieren Sie die Staatsbürgerschaft, wenn Sie zum IS gehen, verlieren Sie die Staatsbürgerschaft nicht", kritisierte Hofer. Van der Bellen, stellte sich gegen diesen Vorschlag. Die Staatsbürgerschaft sei ein ganz besonderes Gut. "Auch ein Mörder verliert die Staatsbürgerschaft nicht", sagte er.

Am 4. Dezember ringen Van der Bellen und Hofer um das höchste Amt der Alpenrepublik. Experten rechnen mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen. Die erste Stichwahl im Mai war wegen organisatorischer Schlampereien annulliert worden. Der Ersatztermin Anfang Oktober wurde kurzfristig wegen fehlerhafter Briefwahlumschläge verlegt.

Quelle: ntv.de, jve/AFP