Politik
Weiß, wovon er spricht: Huber wurde nach einem schlechten Wahlergebnis von Seehofer abgelöst.
Weiß, wovon er spricht: Huber wurde nach einem schlechten Wahlergebnis von Seehofer abgelöst.(Foto: picture alliance / Sven Hoppe/dp)
Freitag, 14. September 2018

"Miserables" Erscheinungsbild: Huber eröffnet Debatte über Seehofer

Es war nur eine Frage der Zeit. Der erste prominente CSU-Politiker geht öffentlich auf Distanz zu Horst Seehofer. Mit dem Parteichef werde es am Rande des Parteitages ein ernstes Gespräch geben, sagt Erwin Huber. Und dann ist da noch die Landtagswahl.

Der frühere CSU-Vorsitzende Erwin Huber hat Parteichef Horst Seehofer einen Großteil der Verantwortung für die aktuell schlechten Umfragewerte der Christsozialen gegeben. Beim morgigen CSU-Parteitag in München werde Seehofer deshalb im persönlichen Gespräch gesagt werden, "dass die Disziplin auf der Bundesebene auch mit ausschlaggebend ist für das Landtagswahlergebnis", sagte er im Südwestrundfunk. Das Erscheinungsbild der Bundespolitik und auch der CSU auf Bundesebene sei seit einem halben Jahr "miserabel".

Huber hatte vor zehn Jahren nach dem Verlust der absoluten Mehrheit der CSU bei der damaligen Landtagswahl den Parteivorsitz an Seehofer abgeben müssen. Falls es bei der kommenden Landtagswahl ein "sehr negatives Ergebnis für die CSU" geben sollte, werde das dann "natürlich" auch personelle Diskussionen über Seehofer auslösen, sagte er nun.

Ministerpräsident Markus Söder nahm Huber dagegen trotz seiner nachlassenden persönlichen Umfragewerte ausdrücklich in Schutz. Söders Werte seien beeinflusst von der Gesamtbewertung der CSU. "Eines ist auch klar, unabhängig vom Wahlergebnis: Die CSU wird an Ministerpräsident Söder festhalten, denn aus unserer Sicht macht er eine sehr gute Arbeit in der Landespolitik", sagte der Landtagsabgeordnete.

Laut "Bayerntrend" des Bayerischen Rundfunks käme die alleinregierende CSU derzeit nur auf 35 Prozent der Stimmen. Die Grünen landeten mit 17 Prozent auf Platz zwei. SPD, Freie Wähler und AfD liegen gleichauf bei jeweils 11 Prozent. FDP und Linke kommen jeweils auf 5 Prozent, müssen also um den Einzug in den Landtag bangen. Allerdings ist der Umfrage zufolge fast jeder zweite Wahlberechtigte (45 Prozent) noch nicht sicher, wo er am 14. Oktober sein Kreuz machen wird.

Quelle: n-tv.de