Kosten sollen sinkenHubertz will mit Aktionsplan beim Bauen vorankommen

Digitalisierung, modulares Bauen, weniger Vorgaben - die Zutaten, mit denen mehr und günstigerer Wohnungsbau gelingen könnte, sind bekannt. Ministerin Hubertz bündelt diese in einem Aktionsplan. Ein ehrgeiziges Ziel wiederholt die SPD-Politikerin darin aber nicht.
Bauministerin Verena Hubertz will die Baukosten in Deutschland spürbar senken. Die SPD-Politikerin legte vor Beginn einer Investorenkonferenz in Frankfurt mit zahlreichen Vertretern der Immobilienbranche einen entsprechenden Aktionsplan vor. "Die Ausgangslage bleibt herausfordernd", heißt es darin. Globale Krisen störten Lieferketten und führten zu höheren Preisen. "Es gibt Entwicklungen, die wir nicht beeinflussen können. Aber wir müssen umso konsequenter die Dinge vorantreiben, die wir selbst in der Hand haben."
Vor einem Jahr - kurz nach ihrem Amtsantritt - hatte Hubertz davon gesprochen, die Kosten für den Bau neuer Wohngebäude halbieren zu wollen. Dieses Ziel wiederholte sie nun nicht mehr. In Deutschland werden deutlich weniger Wohnungen gebaut, als dies vor allem in Großstädten nötig wäre. Kontinuierlich gestiegene Baukosten in den vergangenen Jahren gelten dabei als einer der Hauptgründe. "Wir wollen bezahlbares Bauen wieder zum Regelfall machen", heißt es in dem Hubertz-Papier, ohne konkreter zu werden. Planungs- und Genehmigungsprozesse müssten deutlich beschleunigt, Bau- und Erwerbsnebenkosten spürbar gesenkt werden.
"Ein zentraler Hebel zur Senkung der Baukosten liegt in der Digitalisierung." Der digitale Bauantrag soll vorangetrieben werden. Ziel sei ein komplett digitaler Prozess - von der Antragstellung bis zur Genehmigung. "Der Bund unterstützt die Länder bei der Umsetzung durch Vernetzung, fachliche Begleitung und gezielte Förderung." 2028 sollen digitale Anträge die Regel sein. "Papieranträge sollen dann nur noch in begründeten Härtefällen zulässig sein." Die Dauer von Bauleitplanverfahren soll auf maximal zwei Jahre begrenzt werden.
Gebäudetyp E soll noch dieses Jahr kommen
Hubertz will auch bei der Art, wie gebaut wird, ansetzen. Modulares Bauen - also das Bauen nach einem Baukastenprinzip mit vorgefertigten Teilen und Räumen - soll ausgebaut werden. Außerdem wollen Bund und Länder eine Plattform für kostenreduziertes Bauen einrichten. Dort sollen Musterbeispiele präsentiert werden. Hubertz will ferner den sogenannten Gebäudetyp E für einfacheres Bauen vorantreiben. Die Regierung werde 2026 einen Gesetzentwurf dazu vorlegen. Die Immobilienbranche kritisiert allerdings, dass dieser seit Monaten angekündigt ist, aber viel zu langsam umgesetzt wird.
Die Neubauförderung will das Bauministerium in einem zentralen Programm bündeln. 2027 soll es losgehen. "Die Möglichkeit des Aufbaus von Wohneigentum für Familien ist dabei ein zentrales Kriterium." Für Investoren will Hubertz die zeitliche Befristung zusätzlicher steuerlicher Abschreibungsbedingungen bis September 2029 verlängern.