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Jon Huntsman bewarb sich 2012 als Präsidentschaftskandidat der Republikaner.
Jon Huntsman bewarb sich 2012 als Präsidentschaftskandidat der Republikaner.(Foto: AP)
Mittwoch, 19. Juli 2017

Erfahrener Diplomat: Huntsman wird US-Botschafter in Moskau

Bei der Auswahl des US-Repräsentanten in Russland setzt Präsident Donald Trump voll auf Erfahrung. Wunschkandidat Jon Huntsman hat bereits Erfahrung als Botschafter unter George Bush und Barack Obama gesammelt.

US-Präsident Donald Trump hat den ehemaligen amerikanischen China-Botschafter Jon Huntsman als US-Botschafter in Moskau nominiert. Huntsman soll den Posten in Russland übernehmen, teilte das Weiße Haus in Washington mit.

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Huntsman hat bereits langjährige Erfahrung in politischen Ämtern, sowohl im In- als auch im Ausland. Unter Ex-Präsident George Bush war er zwischen 1992 und 2003 bereits US-Botschafter in Singapur, ehe er das Amt des Gouverneurs vom US-Bundesstaat Utah übernahm.

Von 2009 bis 2011 war Huntsman, der fließend Mandarin spricht, unter dem damaligen Präsidenten Barack Obama US-Botschafter in China. 2012 hatte er sich um die Kandidatur der Republikaner für die Präsidentschaftswahl beworben. Seine Ernennung zum Botschafter in Russland muss allerdings noch vom US-Senat bestätigt werden. Aus dem Präsidialamt in Moskau hieß es, es sei jeder willkommen, der ein "überzeugter Befürworter" eines Dialogs mit Russland sei.

Trump steht wegen der Russland-Kontakte seines Wahlkampfteams unter Druck. In der Affäre ermitteln derzeit mehrere Kongressausschüsse sowie die Bundespolizei FBI und der vom Justizministerium eingesetzte Sonderermittler Robert Mueller. Sie gehen dem Verdacht möglicher Absprachen zwischen Trump-Mitarbeitern und der Führung in Moskau während des Präsidentschaftswahlkampfes im vergangenen Jahr nach.

Russland-Spekulationen reißen nicht ab

Der Druck auf Trump war durch Enthüllungen über seinen ältesten Sohn nochmals gewachsen. Donald Trump junior gab zu, sich 2016 inmitten des Wahlkampfes mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja getroffen zu haben - in der Erwartung, belastendes Material über die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zu erhalten, das angeblich vom russischen Generalstaatsanwalt stammen sollte.

Zuletzt sorgte die Mitteilung über ein weiteres Trump-Putin-Gespräch beim G20-Gipfel für Aufsehen. Nach einem gut zweistündigen Gespräch hätten die beiden Staatschefs sich beim späteren Abendessen erneut ausgetauscht, hieß es.

Ein Vertreter des Weißen Hauses sagte dazu: "Die Andeutung, dass das Weiße Haus versucht hat, ein zweites Treffen zu 'verbergen', ist falsch, boshaft und absurd." Trump habe mit vielen Teilnehmern des Essens gesprochen. Nach Angaben der "New York Times" soll das Gespräch der beiden Staatschefs etwa eine Stunde gedauert haben.

Quelle: n-tv.de