Politik

Staatskonzern Aramco im Visier Huthi-Rebellen greifen Öllager der Saudis an

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Eines von Aramcos Öllagern in Saudi-Arabien.

(Foto: AP)

Seit 2014 herrscht im Jemen ein Bürgerkrieg zwischen der von Riad unterstützten Regierung und den schiitischen Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden. Letztere bekennen sich zu Angriffen auf mehrere Ziele in Saudi-Arabien, unter anderem ein Öllager des Staatskonzerns Aramco.

Die Huthi-Rebellen im Jemen haben nach eigenen Angaben erneut eine Anlage des Ölkonzerns Aramco im benachbarten Saudi-Arabien angegriffen. Saudi-Arabiens Energieministerium bestätigte, dass ein Öllager im Hafen Ras Tanura am Sonntagmorgen vom Meer aus mit Drohnen angegriffen worden sei. Am Abend seien Raketensplitter in die Nähe eines Wohngebiets für Aramco-Mitarbeiter in Dhahran am Persischen Golf gefallen. Verletzte oder Schäden habe es nicht gegeben.

Das saudische Verteidigungsministerium nannte die Angriffe eine "terroristische, feige Aggression", die auf die Energieversorgung der Welt abzielte. Der Militärsprecher der Huthi, Jahja Sari teilte mit, dass sie im Küstenort Dammam am Persischen Golf sowohl Einrichtungen Aramcos wie auch militärische Ziele getroffen hätten. Die Angriffe seien Teil einer größeren Attacke auf das Königreich mit 14 Drohnen und acht ballistischen Raketen gewesen.

Dammam und die Nachbarstadt Dhahran sind wichtiger Standort der Ölindustrie, der Staatskonzern Aramco hat dort seinen Sitz. Das US-Konsulat in Dhahran warnte US-Bürger vor "möglichen Raketenangriffen und Explosionen" in der Gegend und forderte sie auf, wegen möglicher weiterer Attacken wachsam zu bleiben. Die Huthis hatten bereits im November erklärt, eine Aramco-Anlage in Dschidda mit einem Marschflugkörper getroffen zu haben. Aramco zufolge verursachte der Angriff eine Explosion und einen Brand in einem Tank an einer Verteilerstation; die Ölversorgung war demnach aber nicht beeinträchtigt. 2019 kam es zu zwei Angriffen auf Aramco-Anlagen. Die Huthis beanspruchten die Attacken für sich. Die USA machten dagegen den Iran verantwortlich, der eine Verantwortung bestritt.

Die Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden, haben im Jemen zudem eine neue Offensive auf die strategisch wichtige Stadt Marib gestartet. Gegen sie kämpft ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis an Seite der jemenitischen Regierung. Zugleich haben die Rebellen ihre Angriffe auf Saudi-Arabien in vergangenen Wochen verstärkt. Das Bündnis erklärte am Sonntag, zehn Drohnen der Rebellen innerhalb von fünf Stunden abgefangen zu haben.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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