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Bürgerkriegswirren im Jemen Huthis befreien 1200 Schwerverbrecher

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Gestern gab es in Sanaa einen Bombenanschlag auf Anhänger der Huthi-Rebellen. Mindestens 22 Menschen wurden verletzt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Hunderte Al-Kaida-Kämpfer könnten auf freiem Fuß sein. In der jemenitischen Stadt Taizz sind Häftlinge aus dem Zentralgefängnis geflohen. Wer sie befreit hat, ist unklar. Die Konfliktparteien im Jemen geben sich gegenseitig die Schuld dafür.

Im Zuge von Kämpfen in der jemenitischen Stadt Taizz sind etwa 1200 Häftlinge aus einem Gefängnis entkommen. Weil die Huthi-Rebellen die Kontrolle über das Gebiet in der südwestlichen Stadt zu verlieren drohten, hätten sie die Häftlinge in dem von ihnen kontrollierten Zentralgefängnis der Stadt freigelassen, sagte ein Vertreter des sogenannten Volkswiderstands, der gegen die schiitischen Huthi-Rebellen kämpft.

"Unsere Kämpfer haben sich sofort auf die Suche nach den entflohenen Häftlingen gemacht, zu denen Kriminelle und zum Tode Verurteilte zählen", sagte ein anderes Mitglied des Volkswiderstands. Darunter seien auch Unterstützer von Al-Kaida, berichten lokale Medien und Sicherheitskreise.

Die Konfliktparteien im Jemen gaben sich gegenseitig die Schuld: Wie die von den schiitischen Huthi-Rebellen kontrollierte Nachrichtenagentur Saba berichtet, stürmten Al-Kaida-Kämpfer und mit ihr verbündete Milizen die Haftanstalt. Aus anderen Sicherheitskreisen verlautete hingegen, Huthis und deren Verbündete hätten die Gefangenen befreit.

Viele Al-Kaida-Kämpfer entkommen

Meldungen aus dem Jemen sind wegen fehlender staatlicher Strukturen oder unabhängiger Medien nur schwer zu überprüfen. Das Terrornetzwerk hatte Anfang April das Zentralgefängnis im südöstlichen Mukalla überfallen und mehr als 300 Häftlinge, darunter einen ihrer Anführer, befreit.

In dem Land kämpfen die Huthi-Rebellen gegen Anhänger des nach Saudi-Arabien geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Ein saudisch geführtes Militärbündnis bombardiert seit Ende März die Huthis und ihre Verbündeten. Das Machtvakuum nutzt auch der im Jemen sehr aktiven Al-Kaida. Eine von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz fliegt seit Ende März Luftangriffe gegen die Rebellen im Jemen.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa/rts

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