Politik

Nach US-israelischen AngriffenIAEA stellt Schäden an iranischer Atomanlage Natans fest

03.03.2026, 12:06 Uhr
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In der iranischen Atomanlage Natans im Zentrum des Landes wird Uran angereichert. Bereits im vergangenen Jahr wurde die Anlage von den USA angegriffen. (Foto: IMAGO/Newscom World)

Am Montag widerspricht IAEA-Chef Grossi iranischen Angaben, wonach es nach einem Angriff Schäden an der Atomanlage Natans gibt. Nun bestätigt die Atomenergiebehörde die Meldung. Israel meldet indes erfolgreiche Schläge in der iranischen Hauptstadt Teheran.

Inmitten der Angriffe Israels und der USA gegen den Iran hat die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) neue Schäden an Eingangsgebäuden der unterirdischen Urananreicherungsanlage in Natans bestätigt. Die Organisation geht nicht davon aus, dass Radioaktivität freigesetzt und die Anlage weiter beschädigt worden ist, wie sie mitteilte.

Israel und die Vereinigten Staaten hatten bereits im vergangenen Sommer Einrichtungen des iranischen Atomprogramms bombardiert und schwer beschädigt - darunter auch Natans, wo die Anlage zur Anreicherung von Uran steht. Die Technologie kann zur Herstellung von Reaktor-Brennstoff oder auch Atomwaffen genutzt werden - Teheran bestreitet aber, solche Waffen zu entwickeln.

Am Montag hatte IAEA-Chef Rafael Grossi in einer Sondersitzung des IAEA- Gouverneursrates noch berichtet, dass es im Zuge der jüngsten israelischen und US-amerikanischen Angriffe keine Anzeichen auf Treffer oder Schäden an Atomanlagen des Iran gebe. Teherans Vertreter bei der IAEA, Resa Nadschafi, hatte dagegen von einem Angriff auf die Anlage in Natans gesprochen.

Irans Atomchef Mohamed Eslami verurteilte die Angriffe in einem Schreiben an IAEA-Chef Grossi scharf, wie die iranische Nachrichtenagentur Isna berichtete. Er forderte die UN-Atomwächter auf, die Luftangriffe zu verurteilen. Seinen Worten nach erfolgte der Angriff in Natans bereits am Sonntag.

Israel: Präsidialamt in Teheran getroffen

Derweil meldet die israelische Armee Luftangriffe auf das iranische Präsidialamt sowie das Gebäude des Nationalen Sicherheitsrats in Teheran. In der Nacht habe die israelische Luftwaffe "Einrichtungen des Führungskomplexes des iranischen Terrorregimes angegriffen" und dabei das "Präsidialamt sowie das Gebäude des Nationalen Sicherheitsrats" getroffen, erklärte die Armee.

Vor den aktuellen israelisch-amerikanischen Angriffen hatten Regierungsvertreter aus Teheran und Washington über das umstrittene Atomprogramm verhandelt. Am vergangenen Donnerstag noch waren Delegationen beider Staaten zu einer dritten Gesprächsrunde dieses Jahr in Genf zusammengekommen. Einen Durchbruch gab es nicht. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump der iranischen Führung ein Ultimatum für eine Einigung gesetzt.

Die USA wollten mit den Verhandlungen erreichen, dass die Führung in Teheran daran gehindert wird, Atomwaffen zu entwickeln. Irans Regierung bestreitet entsprechende Absichten, zeigte sich jedoch bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen. Im Gegenzug forderte Teheran die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen.

USA bombardierten iranische Atomanlagen bereits 2025

Noch während der Atomverhandlungen mit den USA hat sich der Iran nach Darstellung Washingtons gerühmt, genug hochangereichertes Uran für elf Atombomben zu besitzen. Dies sagte der US-Sondergesandte Steve Witkoff in einem Interview mit dem Sender Fox News.

Im Sommer 2025 hatten die USA mit Tarnkappenbombern und Marschflugkörpern die drei wichtigsten iranischen Atomanlagen attackiert. Ziel waren die Urananreicherungsanlagen in Natans und Fordo sowie ein großes Nuklearzentrum bei Isfahan. US-Präsident Trump sprach damals von einer völligen Zerstörung der Anreicherungsanlagen.

Der Militärgeheimdienst DIA sah das iranische Atomprogramm dagegen nur um einige Monate zurückgeworfen. Die Angriffe erfolgten damals nur einen Tag vor einer geplanten sechsten Verhandlungsrunde zwischen Iran und den USA.

Quelle: ntv.de, lar/dpa/AFP

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