Politik

Übereinstimmende Berichte IS-Führer al-Bagdadi soll tot sein

Isis-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi

Isis-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi

(Foto: Islamischer Staat/dpa)

Immer wieder gibt es in der Vergangenheit Berichte, der Führer der IS-Terrormiliz, Abu Bakr al-Bagdadi, sei tot - doch stets bleiben Zweifel. Nun scheinen sich Aktivisten und Regierungsvertreter sicher zu sein: Der Islamist ist ums Leben gekommen.

Der Anführer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, ist nach Angaben von Aktivisten tot. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, dies hätten hochrangige IS-Führer in der syrischen Provinz Deir Essor bestätigt. Es sei allerdings unklar, wann und wie al-Bagdadi gestorben sei. Die Angaben der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Jedoch hatte auch die amtliche iranische Nachrichtenagentur Irna bereits Ende Juni den Tod des Islamisten gemeldet - und sich auf die iranische Führung berufen. "Der Terrorist Bagdadi ist definitiv tot", zitierte Irna einen Vertreter des geistlichen Oberhaupts Ali Chamenei.

Zuvor hatte das russische Militär erklärt, der IS-Chef sei möglicherweise bei einem Luftangriff am 28. Mai auf die syrische Stadt Rakka ums Leben gekommen. Die russische und US-Regierung hatten dies nicht bestätigt, der Irak zeigte sich skeptisch. Ohne sich direkt auf die Meldungen vom Tod al-Bagdadis zu beziehen, twitterte US-Präsident Donald Trump am Nachmittag: "Große Erfolge gegen den IS".

Ein Sprecher des US-Zentralkommandos in Tampa konnte die Berichte allerdings nicht bestätigen. "Wir haben keine operativen Berichte, die das bestätigen", erklärte er. Er verwies zudem darauf, dass ein Foto, auf das sich die Meldungen stützten, fünf Jahre alt sei.

Letztes Lebenszeichen aus Mossul

Der Tod des IS-Chefs wurde bereits mehrfach vermeldet, seitdem er 2014 im irakischen Mossul ein Kalifat ausgerufen hatte. Al-Bagdadis letztes Lebenszeichen stammt vom vergangenen November - kurz nach Beginn der Offensive der irakischen Regierungstruppen und ihrer Verbündeten auf die nordirakische Stadt: In einer im Internet verbreiteten Audiobotschaft rief er damals seine Anhänger zum Durchhalten auf. Er selbst soll Mossul Anfang des Jahres verlassen haben.

Am Montag hatte der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi den Sieg über den IS in Mossul erklärt. "Ich verkünde heute der ganze Welt, dass der legendenumwobene terroristische Staat gescheitert und zusammengebrochen ist", sagte der Regierungschef. Allerdings kontrolliert der IS noch weitere Gebiete im Irak. Hauptstützpunkt der Miliz ist nunmehr das syrische Rakka.

Quelle: ntv.de, jug/rts/AFP/dpa