"Rubikon" vor HerausforderungISW: Starlink-Abschaltung beeinträchtigt russische Elite-Einheit

Die Drohneneinheit "Rubikon" gehört zur militärischen Elite Russlands. Die Abschaltung nicht verifizierter Starlink-Terminals beeinträchtigt aber ihre Arbeit. "Rubikon" sucht daher nach Auswegen aus dem Dilemma.
Die Abschaltung der Starlink-Terminals der russischen Streitkräfte stört selbst die Arbeit der Elite-Drohneneinheit "Rubikon". Das berichtete die Denkfabrik "Institute for the Study of War" (ISW) am Samstag in ihrem Update zum Kriegsgeschehen in der Ukraine. Bei dem Zentrum für fortgeschrittene unbemannte Technologien "Rubikon" handelt es sich um eine der bekanntesten und effektivsten Drohneneinheiten Russlands, die im August 2024 gegründet wurde.
Seit dem 4. Februar hat "Rubikon" auf Telegram keine konkreten geografischen Details mehr zu Drohnenangriffen auf ukrainisches Territorium veröffentlicht. Dies wertet das ISW als Bestätigung für seine Prognose, dass sich die Abschaltung der Terminals auf die russischen BAI-Bemühungen auswirken wird. BAI ist die Abkürzung für Battlefield Air Interdiction (Gefechtsfeldabriegelung). Damit werden Luftoperationen zur Vernichtung und Zerstörung feindlicher Truppen und Versorgungswege bezeichnet.
Das russische Militär nutzte Starlink wie auch die ukrainische Armee zur Steuerung von Drohnen. Auch lässt sich mit den Systemen die Reichweite der Drohnen erhöhen. Russland montierte Starlink zudem auf Angriffsdrohnen, um diese weniger anfällig für elektronische Störversuche der Ukraine zu machen und präziser zielen zu können.
Die Russen greifen die Ukraine jede Nacht mit Drohnen und oft auch mit Raketen und Marschflugkörpern an. In der vergangenen Nacht setzte Russland nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe 62 Kampfdrohnen, 2 Raketen und 4 Marschflugkörper gegen sein Nachbarland ein. 2 Marschflugkörper sowie 52 Drohnen seien abgeschossen oder durch elektronische Flugabwehr zum Absturz gebracht worden, teilte die Luftwaffe am Morgen auf Telegram mit.
Die Starlink-Satellitensysteme werden von der Firma SpaceX hergestellt, die dem US-Milliardär Elon Musk gehört. Anfang des Monats kündigte Musk an, auf Bitten der ukrainischen Regierung Maßnahmen gegen die Nutzung seines Starlink-Systems durch Russland zu ergreifen. Seitdem sind die Terminals nur noch nach einer offiziellen Registrierung nutzbar.
Die russischen Truppen suchen daher nach Möglichkeiten, Starlink zu ersetzen. Juri Fedorenko, Kommandeur des ukrainischen Drohnenregiments "Achilles", erwartet aber, dass die russische Armee etwa sechs Monate brauchen wird, um eine kriegsfähige Lösung zu finden. Das sagte Fedorenko dem britischen Sender BBC am Donnerstag.
Der Berater des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Serhij Beskrestnow alias "Flash", erklärte gegenüber BBC, dass die russischen Streitkräfte versuchen, eigene Kommunikationsverbindungen über Satelliten, Mobilfunknetze und WLAN-Brücken herzustellen. Auch würden sie ukrainische Zivilisten bestechen und bedrohen, um diese zur Registrierung von Starlink-Terminals für die russischen Truppen zu bewegen, sagte Beskrestnow. Diese Anstrengungen führten jedoch bisher nicht zum Erfolg.