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Strack-Zimmermann im "Frühstart" "Ich sehe das nicht mit den Flugzeugen"

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Deutschland liefert Kampfpanzer, die Ukraine ist erfreut. Strack-Zimmermann dämpft jedoch die Erwartungen Kiews an die Lieferung westlicher Kampfjets. Der Westen müsse in Zukunft jedoch strategischer denken, kritisiert die FDP-Politikerin.

Die Lieferung von Leopard-2-Panzern an die Ukraine eröffnet eine neue Debatte: Was kommt danach? Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, hält eine Lieferung von Kampfjets aus Deutschland für unrealistisch. "Ich sehe das nicht mit den Flugzeugen, um das direkt zu sagen", sagte Strack-Zimmermann im "Frühstart" von ntv und fügte hinzu: "Ich sehe das nicht, weil es ein qualitativ völliger Unterschied ist. Wenn ein Panzer unter Umständen nicht richtig bedient wird, dann bleibt er stehen. Bei einem Flugzeug fällt es runter. Und eine Luftüberlegenheit zu bekommen, ist unwahrscheinlich."

Strack-Zimmermann lobte die Entscheidung Deutschlands, Leopard-Kampfpanzer in die Ukraine liefern zu wollen. Die ausbleibende Entscheidung in Ramstein am vergangenen Freitag hatte sie zuletzt stark kritisiert und den Verantwortlichen Versagen vorgeworfen. Man habe gesehen, dass Kampf-Stellungen zuletzt nicht mehr vor und zurückgegangen seien. Dies könne dadurch geändert werden: "Das wird an der Stelle mit Sicherheit wirken. Es ist ein Zeichen an Russland, dass Europa steht, die freie Welt steht und dass man nur in Gespräche einsteigen kann aus der Stärke heraus."

Auf die Frage, ob durch die Lieferung der Panzer der Krieg schneller enden würde, sagte die FDP-Politikerin: "Das ist zu hoffen."

"Wir haben bisher immer nur reagiert"

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Strack-Zimmermann kritisierte hingegen, dass Deutschland und Europa nicht strategisch genug denken: "Dort tobt seit elf Monaten ein Krieg und sie müssen natürlich ein Szenario haben: Was könnte morgen kommen? Was könnte übermorgen kommen? Was ist wahrscheinlich?" Als Beispiele nannte Strack-Zimmermann auch die Wetterbedingungen, die beispielsweise einen schlammigen oder gefrorenen Boden zur Folge hätten. "Dieses gibt es nicht. Wir haben bisher immer nur reagiert."

Die FDP-Politikerin fügte außerdem hinzu, dass es nicht darum gehe, die Lieferung von Panzern als politischen Erfolg von Bundeskanzler Olaf Scholz zu verkaufen, sondern am Ende an das Resultat zu denken. "Und das Resultat kann nur bedeuten, dass die Ukraine ihre territoriale Integrität erhält, dass sie diesen Angriff Russlands abwehrt und dass Russland weiß, heute und morgen schaut die westliche Welt nicht zu, wie übrigens Angela Merkel und die damalige Regierung 2014 zugeschaut hat", führt Strack-Zimmermann aus. Es dürfe in Zukunft unter keinen Umständen mehr passieren, dass Grenzen verschoben und Menschen ermordet werden und wir nicht hinschauen und das im Herzen Europas.

Quelle: ntv.de, psa

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