Politik

Atomenergiebehörde ist besorgtIm Atomkraftwerk Saporischschja wird der Diesel knapp

29.08.2026, 14:50 Uhr
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Das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist derzeit abgeschaltet. (Foto: picture alliance/dpa/Planet Pix via ZUMA Press Wire)

Seit Tagen läuft Europas größtes Atomkraftwerk nur noch mit Dieselgeneratoren. Geht der Treibstoff aus, droht in Saporischschja der komplette Stromausfall - die Internationale Atomenergiebehörde drängt auf einen lokalen Waffenstillstand.

Die Stromversorgung des von Russland besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja (ZNPP) ist nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) weiter sehr prekär. Das AKW sei nun seit mehr als einer Woche ohne Strom von außen und auf Notfall-Dieselgeneratoren angewiesen, teilte IAEA-Chef Rafael Grossi mit. Vorübergehend habe der Dieselvorrat nur noch für zehn Tage gereicht, bevor gestern und vorgestern mehrere Dutzend Tonnen Diesel von außerhalb des Geländes geliefert worden seien, hieß es.

"Die aktuelle Situation verdeutlicht erneut, warum eine zuverlässige externe Stromversorgung und sichere Versorgungswege für die nukleare Sicherheit und Sicherung unerlässlich sind", sagte Grossi. Ohne die Wiederherstellung der externen Stromversorgung oder zusätzliche Lieferung von Diesel in naher Zukunft könnte dem Kraftwerk innerhalb von etwa zehn Tagen ein vollständiger Stromausfall drohen. 

IAEA will für Reparaturarbeiten örtlichen Waffenstillstand

Die IAEA arbeite daran, eine Zone für einen örtlich begrenzten Waffenstillstand zu etablieren, um Reparaturen an einer wichtigen Stromleitung zu ermöglichen, hieß es. Bei Erfolg würden diese Reparaturen die externe Stromversorgung des Kernkraftwerks wieder herstellen. Vor dem Konflikt verfügte das ZNPP über zehn externe Stromleitungen.

Das Akw Saporischschja in Enerhodar im Süden der Ukraine ist mit sechs Reaktoren das größte Europas. Die russische Armee nahm die Anlage im März 2022 kurz nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs ein. Seitdem wurde es mehrfach beschossen. Die sechs Reaktoren sind seit 2022 abgeschaltet, das Kraftwerk benötigt aber weiterhin Strom für seine Kühl- und Sicherheitssysteme. IAEA-Teams sind seit September 2022 ständig vor Ort.

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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