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Einigung auf zweitägige Feuerpause Im Jemen sollen die Waffen schweigen

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Im Jemen hoffen die Menschen auf Hilfe: Nach zwei Jahren Krieg fehlt es an allem.

(Foto: AP)

Nach dem gescheiterten jüngsten Versuch, sich auf eine Feuerpause im Jemen zu einigen, sollen die Waffen in dem Bürgerkriegsland nun doch für zwei Tage schweigen. Die Hunger leidende Bevölkerung - rund 21 Millionen Jemeniten - wartet nun auf Hilfe.

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition im Jemen will für 48 Stunden die Waffen schweigen lassen. Die zweitägige Feuerpause werde am Mittag um 12 Uhr Ortszeit (10 Uhr MEZ) beginnen, hieß es in einer Erklärung der Koalition, die die saudiarabische Nachrichtenagentur SPA veröffentlichte. Die Feuerpause kann demnach verlängert werden, wenn auch die Huthi-Rebellen die Waffen schweigen lassen und Hilfslieferungen in belagerte Städte wie Taes erlauben.

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Rund zwei Millionen Jemeniten - darunter viele Kinder - leiden an Unterernährung.

(Foto: AP)

Im Jemen kämpfen seit September 2014 Truppen des sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi gegen die vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen und andere Milizen, die dem ehemaligen Staatschef Ali Abdallah Saleh die Treue halten. Seit März 2015 fliegt ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis Luftangriffe auf die Rebellen. Zudem haben radikale Islamisten, darunter der IS, im Jemen Fuß gefasst und verüben immer wieder Anschläge mit vielen Todesopfern.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wurden in dem Konflikt bisher fast 7000 Menschen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. Mehr als drei Millionen seien vertrieben worden. US-Außenminister John Kerry sprach in dieser Woche von einer "humanitären Katastrophe". Die Situation für die Bevölkerung in dem bitterarmen Land ist verheerend: 80 Prozent der Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Über zwei Millionen Jemeniten leiden an Unterernährung.

"Die Menschen sterben"

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind darüber hinaus mehr als die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen im Jemen geschlossen oder nur eingeschränkt in Betrieb. Der UN-Gesandte für den Jemen, Ismail Ould Cheikh Ahmed warnte angesichts von mehr als 2240 Cholera-Verdachtsfällen bereits Anfang November vor einer "sehr gefährlichen" Situation. "Die Menschen sterben", sagte er. "Die Infrastruktur bricht zusammen, die Wirtschaft steht am Rande des Abgrunds."

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) wirft den schiitischen Huthi-Rebellen zudem Folter, willkürliche Verhaftungen und das Verschwinden lassen von politischen Gegnern vor. Seitdem die Rebellen die Kontrolle über die Hauptstadt Sanaa übernommen hätten, seien HRW hunderte Fälle von willkürlichen Festnahmen gemeldet worden, hieß es vonseiten der Organisation. Man könne zwei Todesfälle in Haft und elf Fälle mutmaßlicher Folter belegen. In einem Fall sei das Opfer ein Kind gewesen.

Quelle: n-tv.de, jug/dpa/AFP/rts

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