Politik

"Nieder mit der Diktatur" In Kuba gehen Tausende auf die Straße

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Demonstranten vor dem Kapitol in Havanna: Massive Proteste gegen die Regierung sind im autoritär regierten Kuba eher selten.

(Foto: imago images/Agencia EFE)

Erstmals seit Jahren gehen in Kuba Tausende Demonstranten gegen die Politik der Regierung auf die Straße. Sie protestieren in vielen Orten gegen Mangelwirtschaft und Unterdrückung - und werden vom US-Präsidenten unterstützt. Präsident Díaz-Canel entgegnet: "Wenn sie die Revolution bezwingen wollen, müssen sie über unsere Leichen gehen".

Bei den dort seltenen Protesten sind in Kuba Tausende Menschen gegen die kommunistische Regierung auf die Straße gegangen. Die Demonstrationen fanden am Sonntag (Ortszeit) spontan in verschiedenen Städten statt. "Nieder mit der Diktatur", riefen die Menschen und brachten ihren Unmut über die aktuelle Wirtschaftskrise und die damit einhergehende Strom- und Lebensmittelknappheit zum Ausdruck.

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Zivilpolizei nimmt in Havanna einen Demonstranten fest.

(Foto: AP)

In der Hauptstadt Havanna versammelten sich Hunderte Demonstranten vor dem Kapitol und skandierten: "Wir wollen Freiheit". Die Polizei setzte Tränengas gegen die Protestierenden ein, mindestens zehn Menschen wurden festgenommen. AFP-Reporter beobachteten, wie die Einsatzkräfte mit Plastikrohren auf die Demonstranten einschlugen.

Auch in der Stadt San Antonio de los Baños, rund 30 Kilometer südwestlich von Havanna, versammelten sich mehrere Tausend hauptsächlich junge Menschen zu Protesten. In den Online-Netzwerken tauchten Videos und Bilder von Protesten in weiteren Städten auf, obwohl der Zugang zum Internet am Sonntag größtenteils abgeschnitten war.

US-Präsident Joe Biden hat seine Unterstützung für die Demonstranten bekundet. Seine Regierung stehe an der Seite der Kubaner, die sich nach Freiheit und einem Ende "der jahrzehntelangen Unterdrückung und des wirtschaftlichen Leids" sehnten, erklärte Biden. "Die Vereinigten Staaten rufen das kubanische Regime auf, in diesem entscheidenden Moment seinem Volk zuzuhören und auf seine Bedürfnisse einzugehen, anstatt sich selbst zu bereichern."

Präsidenten-Aufruf an "alle Revolutionäre und Kommunisten"

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Auch Unterstützer der Regierung gingen auf die Straßen, so wie hier in Havanna.

(Foto: imago images/Agencia EFE)

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel forderte derweil seine Anhänger auf, sich den Demonstranten entgegenzustellen. "Wir rufen alle Revolutionäre des Landes, alle Kommunisten, dazu auf, auf die Straße zu gehen, wo diese Provokationen stattfinden", sagte er in einer TV-Ansprache und ermutigte seine Anhänger, den Demonstranten "entschlossen, fest und mutig entgegenzutreten". "Wir werden die Souveränität und Unabhängigkeit dieser Nation nicht aufgeben", sagte Díaz-Canel weiter, der auch der Erste Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei ist. "Wenn sie die Revolution bezwingen wollen, müssen sie über unsere Leichen gehen."

Die USA warnten die kubanische Regierung vor Gewalt gegen friedliche Demonstranten. Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, schrieb bei Twitter: "Die USA unterstützen die Meinungs- und Versammlungsfreiheit in ganz Kuba und verurteilen jegliche Gewalt oder Angriffe auf friedliche Demonstranten, die ihre allgemeinen Rechte in Anspruch nehmen, aufs Schärfste".

"Wir sind zutiefst besorgt über die 'Aufrufe zum Kampf' in Kuba", erklärte auch die für Lateinamerika zuständige US-Diplomatin Julie Chung. "Wir rufen zur Ruhe auf und verurteilen jegliche Gewalt."

Wirtschaftskrise und heftige Corona-Welle

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Kuba durchlebt neben einer Wirtschaftskrise die bisher heftigste Welle der Corona-Pandemie und meldete einen neuen Höchststand an Infektionen und Todesfällen. So wurden am Sonntag 6923 Neuinfektionen und 47 Todesfälle verzeichnet. Das Land hat zuletzt einen sprunghaften Anstieg der Fälle erlebt.

Demonstrationen finden in Kuba kaum statt - die einzigen erlaubten Versammlungen sind normalerweise Veranstaltungen der Kommunistischen Partei.

Quelle: ntv.de, abe/AFP

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