Politik

Schwerste Kämpfe seit 2015 In der Ost-Ukraine wird wieder geschossen

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Eine Anwohnerin zeigt die Trümmer ihres Hauses nach einem Beschuss in Vrubivka im Osten der Ukraine.

(Foto: AP)

Frieden herrscht in der Ost-Ukraine seit Langem nicht, doch nimmt die Intensität der Kämpfe offenbar deutlich zu. Separatisten und Kiew beschuldigen einander, den Waffenstillstand gebrochen zu haben. Russland äußert sich "zutiefst besorgt", US-Präsident erhebt Vorwürfe gegen den Kreml.

Der Konflikt in der Ost-Ukraine eskaliert weiter, nach Angaben von Regierung und Separatisten ist es erneut zu Angriffen gekommen. Beide Seiten gaben sich in Mitteilungen gegenseitig die Schuld für Verstöße gegen den geltenden Waffenstillstand.

Die Aufständischen in der Region Donezk und Luhansk teilten mit, seit Mitternacht seien mehrere Dutzend Granaten auf das eigene Gebiet abgefeuert worden. Gegenüber dem Vortrag sei der Beschuss deutlich intensiviert worden. Zwei Umspannwerke seien beschädigt worden. Eine Straße sei wegen der unsicheren Lage gesperrt worden.

Die ukrainische Armee sprach ebenfalls von knapp zwei Dutzend Verstößen gegen den Waffenstillstand. Die Angaben beider Seiten ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Die Nachrichtenagentur AFP meldete Schusswechsel in dem Gebiet. Ob es Tote und Verletzte gab, ist noch unklar. Westliche Staaten hatten sich bereits am Mittwoch besorgt über die zunehmend angespannte Lage in der Region geäußert.

USA fürchten Vorwand für russische Fraktion

Seit 2014 kämpfen in den ostukrainischen Gebieten Donezk und Luhansk unweit der russischen Grenze vom Westen unterstützte Regierungstruppen gegen von Russland unterstützte Separatisten. UN-Schätzungen zufolge sind bereits mehr als 14.000 Menschen getötet worden, zumeist im Separatistengebiet. Ein Friedensplan von 2015 unter deutsch-französischer Vermittlung wird nicht umgesetzt.

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Der Konflikt in der Ost-Ukraine hält seit Jahren an, Verstöße gegen den Waffenstillstand gibt es regelmäßig. Doch diese Woche nahm die Intensität der Kämpfe deutlich zu. Die Kämpfe, die dort am Donnerstag ausgetragen wurden, sind nach Angaben aus Diplomatenkreisen die schwersten seit 2015. Bis Freitagmorgen habe die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) 80 Verstöße gegen die geltende Waffenruhe registriert.

Besorgte Reaktionen gab es auch aus den USA und Russland. Das russische Präsidialamt äußerte sich am Donnerstag "zutiefst besorgt". US-Präsident Joe Biden wiederum warf Russland vor, einen Vorwand schaffen zu wollen, um einen möglichen Angriff auf die Ukraine zu rechtfertigen.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa/rts

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