Politik

Kuchen zum Geburtstag Inhaftierter Menschenrechtler Abdel Fattah beendet Hungerstreik

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Monatelang nahm Abdel Fattah nur 100 Kalorien am Tag zu sich, um gegen seine Inhaftierung zu protestieren.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Nach monatelangem Hungerstreik hat der ägyptisch-britische Aktivist Alaa Abdel Fattah wieder freiwillig Nahrung zu sich genommen. Angaben seiner Familie zufolge hatte sich sein Gesundheitszustand zuvor erheblich verschlechtert.

Der in Ägypten inhaftierte Menschenrechtler und Blogger Alaa Abdel Fattah hat seinen Hungerstreik nach Angaben seiner Familie wegen eines Kollaps beendet. Er habe eine Nahtod-Erfahrung gehabt, teilten Angehörige nach dem ersten Besuch seit Wochen mit. Der ägyptisch-britische Aktivist sei zuvor in seiner Zelle gefesselt worden, nachdem er eine medizinische Untersuchung verweigert und seinen Kopf gegen die Wand geschlagen habe, hieß es in einer Erklärung der Familie.

"Alaas Zustand hat sich in den vergangenen zwei Wochen deutlich verschlechtert", schrieb seine Schwester Mona Seifa auf Twitter. Er habe es "so sehr gebraucht", seine Familie zu sehen, fügte sie hinzu. In den vergangenen Wochen hatten ihr die Gefängnisbehörden wiederholt den Zutritt verweigert.

Seit 2019 in Haft

In einem kurzen Brief bat er seine Mutter am Montag, beim Besuch am Donnerstag "einen Kuchen mitzubringen". "Ich möchte meinen Geburtstag mit euch feiern", schrieb der Aktivist, der am Freitag 41 Jahre alt wird. Gründe für seine Entscheidung, den Hungerstreik abzubrechen, nannte er nicht. Der Menschenrechtler hatte nach Angaben seiner Schwester Sanaa Seif monatelang als Protest gegen seine Inhaftierung nicht mehr als 100 Kalorien täglich zu sich genommen, am 2. November dann hörte er ganz zu essen und am 6. November auch zu trinken auf.

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Abdel Fattah war eine wichtige Figur des Arabischen Frühlings 2011 in Ägypten - der Revolution, die zum Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak führte. Der Aktivist und Blogger wurde 2021 zu fünf Jahren Haft verurteilt. Inhaftiert ist er bereits seit 2019. Abdel Fattah soll "Falschinformationen" verbreitet haben - ein in Ägypten gängiger Vorwurf gegen Regierungskritiker.

Angesichts der Weltklimakonferenz im ägyptischen Scharm el Scheich erfährt sein Fall derzeit große Aufmerksamkeit. Hunderte Menschen demonstrierten auf der Klimakonferenz für seine Freilassung sowie die Freilassung anderer Aktivisten. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen werden in Ägypten etwa 60.000 politische Gefangene unter brutalen Bedingungen und in überfüllten Zellen festgehalten. Allein im Vorfeld und während der laufenden Weltklimakonferenz sind nach Angaben von Human Rights Watch fast 700 Menschen festgenommen worden. Das lasse Sorgen wachsen, dass Abweichler nach dem Ende der internationalen Konferenz im Land noch schärfere Vergeltungsmaßnahmen fürchten müssten.

Quelle: ntv.de, mne/AFP/dpa

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