Reaktion auf russische DrohneInsider: Deutschland wird Militärhilfe für Ukraine verstärken

Der versuchte Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig hat für die Bundesregierung eine neue Dimension. Ermittler sehen klare Hinweise auf den Urheber. Berlin kündigt Konsequenzen an – militärisch, politisch und geheimdienstlich.
Die Bundesregierung wird als Reaktion auf den versuchten russischen Anschlag auf den Flughafen Leipzig neben Sanktionen auch die militärische Hilfe für die Ukraine verstärken. Im September werde man der Ukraine weitere Luftabwehrraketen des Typs Iris-T sowie "zeitnah" auch mehrere tausend Angriffsdrohnen liefern, hieß es in Regierungskreisen in Berlin.
Berlin werde zudem die Zusammenarbeit der Geheimdienste mit Kiew weiter verstärken. "Die Ukraine war in den letzten Monaten maßgeblich dank deutscher Hilfe militärisch sehr erfolgreich", hieß es. Russland habe darauf keine strategische Antwort. Der Strategieersatz für Moskau sei Eskalation, sowohl mit militärischen Schlägen in der Ukraine als auch durch verstärkte hybride Attacken. "Wir müssen uns auf weitere, auch eskalierende hybride Angriffe Russlands einstellen."
Bundeskanzler Friedrich Merz habe wegen der Tragweite des Vorgehens durchgehend eine zentrale Rolle im Prozess gespielt, den Drohnenangriff in Leipzig Russland zuzuweisen und Gegenmaßnahmen festzulegen, hieß es weiter. "Er hat dabei politischen Rahmen und Richtung vorgegeben", hieß es in der Regierung.
Zugleich wurden weitere Details über den Drohnenangriff auf ein ukrainisches Frachtflugzeug in Leipzig am 4. August mitgeteilt. Die Sicherheitsbehörden gingen jetzt von drei Drohnen aus. Es sei "ein technischer Zufall" gewesen, dass der Zünder an der ersten Drohne nicht explodiert sei. Man habe zwei weitere Drohnen im Umfeld gefunden. Man gehe jetzt aber davon aus, dass der Gegenstand, mit dem die durchgestartete Frachtmaschine kollidierte, keine Drohne gewesen sei. Es sei bei den Drohnen "hochprofessionelle Technik" verwendet worden. Das erfordere Expertise, Organisationsaufwand und Können, weshalb man von einem nachrichtendienstlichen Hintergrund ausgehe. Die polizeilichen und geheimdienstlichen Ermittlungen hätten eine eindeutige Zuordnung zu Russland ermöglicht.