Politik

Mehr Anfragen, mehr Zugriffe Interesse an Bundeswehr steigt durch Ukraine-Krieg

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Ein Werbeplakat der Bundeswehr, mit dem Personal gesucht wird.

(Foto: imago images/Andreas Haas)

Der Angriff auf die Ukraine durch Russland rüttelt die Menschen in Deutschland auf. Das merkt auch die Bundeswehr. Insgesamt erfährt die Armee mehr Aufmerksamkeit und Beachtung. Das beweisen auch Internet-Zugriffszahlen, die sogar Rekordwerte erreichen.

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs hat das Interesse der Deutschen an der Bundeswehr massiv zugenommen. "Zum Beginn der russischen Invasion in der Ukraine stieg das Anfrageaufkommen extrem an", sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Auf die Internetseite bundeswehr.de griffen demnach im März rund 1,5 Millionen mehr Menschen zu als im Vorjahresmonat. Mit knapp 4,1 Millionen Seitenansichten wurde ein Höchstwert erreicht.

Im April gab es den Angaben zufolge noch fast drei Millionen Seitenansichten. Die Ministeriumswebseite bmvg.de wurde im Februar und März viermal so oft aufgerufen wie in den Vorjahresmonaten. Im April blieb die Zahl der Seitenaufrufe demnach immer noch doppelt so hoch wie im April 2021.

Eine ähnliche Entwicklung verzeichnete das Ministerium dem Bericht zufolge auf den Social-Media-Kanälen. Seit Kriegsbeginn seien über Facebook mit rund drei Millionen doppelt so viele Personen erreicht worden wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Auf dem YouTube-Kanal stieg seit dem Kriegsbeginn am 24. Februar bis 1. Mai die Zahl der Video-Aufrufe auf rund 25 Millionen (gleicher Zeitraum 2021: rund 17 Millionen). Die Wiedergabezeit der Videos verdoppelte sich auf 1,2 Millionen Stunden.

Menschen merken, wofür die Bundeswehr da ist

Der Krieg habe dafür gesorgt, dass sich viel mehr Menschen mit der Bundeswehr und ihrem Auftrag beschäftigten, sagte die Wehrbeauftragte Eva Högl den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Jetzt merken ganz viele Menschen im Land, denen die Truppe früher egal war, wofür wir eine Bundeswehr haben, wofür wir sie brauchen, und dass wir mehr für die Bundeswehr tun müssen", zeigte sich die SPD-Politikerin überzeugt. "Als ich im Sommer 2021 bei den deutschen Soldaten an der NATO-Ostflanke in Litauen gewesen bin, hatten die Soldaten dort das Gefühl, vollkommen unter dem Radar der Aufmerksamkeit in Deutschland zu sein. Das hat sich jetzt komplett geändert."

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Zu Beginn des Kriegs stieg dem Bericht zufolge "kurzfristig" auch das Interesse an einer Karriere bei der Bundeswehr, wodurch auch mehr Termine zur Erstberatung gemacht wurden. "Beide Tendenzen haben sich inzwischen allerdings wieder normalisiert", berichtete die Ministeriumssprecherin. Der Verband der Reservisten der Bundeswehr bemerkte ebenfalls eine größere Nachfrage. "Wir haben im Zeitraum des Ukrainekonfliktes eine Verdoppelung der Neuanmeldungen im Vergleich zu den Vorjahren", sagte ein Sprecher.

Högl plädierte für eine nachhaltige Finanzierung der Bundeswehr: "Uns darf es nicht mehr passieren, dass die Bundeswehr so kaputt gespart wird wie in den vergangenen Jahren."

Quelle: ntv.de, jaz/AFP

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