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"Auf dem Weg, euch zu befreien" Irak startet neue Offensive gegen den IS

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Neuer Vormarsch gegen den IS: In der Provinz al-Anbar im Westen des Irak gehen irakische Truppen gegen IS-Kämpfer vor.

(Foto: AP)

Für die Anhänger des "Islamischen Staats" wird es eng: Von allen Seiten rücken mächtige Militärkoalitionen gegen die radikalen Islamisten vor. Der Irak verkündet den Beginn einer neuen Militäroffensive. Das Ziel: eines der letzten Rückzugsgebiete des IS.

Die irakischen Streitkräfte haben ihre angekündigte Offensive gegen die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) an der Grenze zu Syrien begonnen. Ministerpräsident Haider Al-Abadi bestätigte persönlich den Angriff im Westen des Landes. Zuvor hatte der Fernsehsender Al-Arabija berichtet, irakische Truppen rückten von drei Seiten auf die Grenzstadt Al-Kaim und das nahegelegene Rawa mit seiner wichtigen Euphrat-Brücke vor. Unterstützt werden sie dabei von lokalen Milizen und internationalen Verbündeten des Irak, hieß es.

Die irakische Armee hatte die Bevölkerung zuvor mit Aufrufen vor der anstehenden Offensive gewarnt. "Eure Sicherheitskräfte sind auf dem Weg, euch zu befreien", hieß es auf Flugblättern, die die irakische Luftwaffe über den Städten im Westen des Landes abwarf.

Die jüngste Offensive zielt auf eines der letzten verbliebenen Rückzugsgebiete des IS. Die Islamisten hatten in den vergangenen Wochen massiv an Boden verloren. Im Irak wurden die Kämpfer bereits im Sommer aus der einstigen Millionenstadt Mossul vertrieben. Vergangene Woche eroberten kurdische und arabische Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) die einstige "Hauptstadt" des IS-Kalifats Rakka. Die einst blühende Stadt am Euphrat wurde bei den Kämpfen weitgehend zerstört.

Ende des "Islamischen Staates"?

An allen Fronten sind die IS-Milizen in der Defensive. Aus der Luft sind sie zudem ständig durch Drohnenangriffe oder gezielte Bombenabwürfe bedroht. Aktuell befinden sich nur noch einzelne Landstriche im Westen des Irak an der Grenze zu Syrien unter der Kontrolle des IS. Im benachbarten Syrien sind die Extremisten inzwischen auf ein Gebiet am Euphrat bei Deir Essor und die umliegende Wüste zurückgedrängt worden.

Aus französischen Militärkreisen hieß es, dort müsste noch mit etwa 7000 IS-Kämpfern gerechnet werden. Die öl- und erdgasreiche Provinz Deir Essor (auch: Deir ez-Zor) diente dem IS lange als wichtige Einnahmequelle. SDF-Einheiten nähern sich derzeit mit Unterstützung der US-geführten Anti-IS-Koalition aus Richtung Norden der gleichnamigen Provinzhauptstadt Deir Essor - einer der letzten größeren Städte unter der Kontrolle des IS.

Heftige Kämpfe gebe es dabei um die abgelegenen Ölförderanlagen von Al-Tanak, berichteten Beobachter. Das Ölfeld liegt rund 80 Kilometer südöstlich von Deir Essor. Bis zur syrisch-irakischen Grenze sind es nur gut 35 Kilometer. Unterstützt von der russischen Armee versuchen parallel syrische Truppen von Westen, die Dschihadisten aus den von ihnen kontrollierten Gebieten in der Provinz zu vertreiben. Bis die letzten vom IS kontrollierten Regionen erobert sind, ist es offenbar nur noch eine Frage der Zeit.

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Quelle: n-tv.de, mmo/AFP/rts

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