Politik

IS aus Ramadi vertrieben Iraks Regierung kündigt "finalen Sieg" an

Der irakischen Armee gelingt ein wichtiger Schlag gegen die Terrormiliz Islamischer Staat: Ramadi ist wieder in der Hand der Regierung. Im kommenden Jahr will das Militär die Dschihadisten vollständig aus dem Irak vertreiben.

Nach der Rückeroberung großer Teile der Stadt Ramadi von der Terrormiliz Islamischer Staat demonstriert Iraks Regierung Entschlossenheit. Im neuen Jahr will Ministerpräsident Haidar al-Abadi die Dschihadisten komplett aus seinem Land verdrängen. "Wenn 2015 das Jahr der Befreiung war, wird 2016 das Jahr des großen Sieges, des finalen Sieges, das Jahr, in dem die Anwesenheit des IS im Irak beendet wird", sagte Al-Abadi in einer Fernsehansprache.

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Fahrzeuge der irakischen Armee in den Straßen von Ramadi.

(Foto: AP)

Irakische Regierungstruppen hatten vor einer Woche mit internationaler Luftunterstützung einen Großangriff auf die etwa 100 Kilometer westlich von Bagdad gelegene Provinzhauptstadt begonnen und nun verkündet, deren Zentrum sei erobert. Die Dschihadisten hatten die 300.000-Einwohner-Stadt seit Mai gehalten, für sie ist es eine der größten Niederlagen neben dem Verlust der nordirakischen Stadt Tikrit Ende März.

Reihe von großen Verlusten des IS

Die USA, die eine internationale Anti-IS-Koalition anführen, sind nach Rückeroberung Ramadis voll des Lobes für die irakische Armee. Die Truppen hätten mit gewaltigem Mut und Tapferkeit gekämpft, sagte US-Außenminister John Kerry in Washington. "Das irakische Militär bekämpft den Feind mit Ausdauer, Geschick und Entschlossenheit." Die Vertreibung des IS aus besetzten Gebieten sei zentraler Teil der Sicherheitsstrategie für den Irak. Ramadi sei kein isoliertes Ereignis, sondern stehe in einer Reihe mit großen Verlusten des IS im Irak und im nördlichen Syrien, sagte Kerry. Auch der Sprecher des internationalen Bündnisses, Steve Warren, lobte die irakischen Truppen für ihren Erfolg

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, die Rückeroberung Ramadis zeige einmal mehr, dass der "IS nicht unbesiegbar ist, weder im Irak noch in Syrien". Der französische Präsident François Hollande sprach vom bisher "wichtigsten Sieg" im Kampf gegen die IS-Extremisten. Nun komme es aber darauf an, die Stadt wieder aufzubauen und die Bevölkerung zur Rückkehr zu ermutigen. Steinmeier versprach, dass Deutschland beim Wiederaufbau Ramadis helfen werde.

Offenbar noch Widerstand

Der IS hatte die 100 Kilometer westlich von Bagdad gelegene Hauptstadt der Provinz Anbar im Mai erobert. Anfang Dezember eroberte die von Kampfflugzeugen der US-geführten Militärallianz unterstützte Armee mehrere Stadtteile von Ramadi zurück. Am vergangenen Dienstag rückte sie ins Stadtzentrum vor.

Allerdings scheint es noch Widerstand in Teilen der stark zerstörten Stadt zu geben. Der Gouverneur der Provinz Al-Anbar sagte, dass bislang lediglich 80 Prozent des Stadtgebietes von der irakischen Armee kontrolliert würden. Zuvor hatte es geheißen, das Regierungsviertel der Stadt sei der letzte Rückzugsort der Dschihadisten gewesen. Kerry sagte, die USA setzten ihre Unterstützung des Iraks ebenso fort wie sie ihren gnadenlosen Druck auf den IS aufrechterhielten. Sie bereiteten sich auf eine Stabilisierung der Region um Ramadi vor, noch seien nicht alle Ortsteile vollständig sicher. Für diese Stabilisierung stünden 50 Millionen US-Dollar zur Verfügung und Tausende lokale Kräfte bereit.

Quelle: n-tv.de, bdk/dpa/AFP/rts