Politik

"Frei erfundene" Unterstellungen Iran dementiert Angriffe auf Golanhöhen

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Ein israelischer Militär-Krankenwagen auf den Golanhöhen.

(Foto: AP)

Israel beschießt iranische Stützpunkte in Syrien - als Vergeltung für Raketenangriffe auf den Golanhöhen. Doch der Iran bestreitet nun jegliche Beteiligung daran und macht Israel schwere Vorwürfe. UN-Generalsekretär Guterres warnt vor einem "Flächenbrand".

Das iranische Außenministerium hat eine iranische Beteiligung an den Raketenangriffen auf israelische Armeeposten tags zuvor auf den Golanhöhen dementiert. Es handle sich um "frei erfundene und grundlose" Unterstellungen seitens Israels, um Angriffe auf syrische Ziele zu rechtfertigen, sagte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi.

Ghassemi kritisierte auch die Reaktion der internationalen Gemeinschaft. "Mit solchen Reaktionen wird dem zionistischen Regime (Israel) nur grünes Licht für weitere Aggressionen gegeben, die die Region nur unsicherer und instabiler machen", so der Sprecher laut Webportal des iranischen Außenministeriums. Eine ähnliche Reaktion gab es am Donnerstag auch vom Sicherheitsausschuss des iranischen Parlaments. "Das ist eine weitere Lüge des zionistischen Regimes für Propagandazwecke (gegen den Iran)", behauptete Ausschusssprecher Mohammad Nobandegani. Der Iran habe keine militärischen Stützpunkte in Syrien, sondern lediglich militärische Berater.

Nach Darstellung Israels hatten iranische Al-Kuds-Brigaden von Syrien aus kurz nach Mitternacht rund 20 Raketen vom Typ Fadschr und Grad gegen israelische Stellungen auf den Golanhöhen abgefeuert. Die israelische Raketenabwehr habe einen Teil der Geschosse abgefangen. Opfer gab es demnach auf israelischer Seite nicht, die Schäden seien begrenzt. Als Vergeltung griffen israelische Kampfflugzeuge daraufhin Stützpunkte iranischer Verbände in Syrien an. Es handelt sich dabei um die bislang größte Militäroffensive Israels auf mutmaßliche iranische Ziele in Syrien. Man habe dem iranischen Militär schweren Schaden zugefügt, so das israelische Militär. Laut der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sind bei den israelischen Luftangriffen mindestens 23 Kämpfer getötet worden. Die russische Armee teilte mit, bei dem Einsatz seien 28 israelische Kampfflugzeuge beteiligt gewesen, die 70 Raketen abgeschossen hätten.

UN-Botschafter Danon appelliert an Sicherheitsrat

In einem Telefonat mit dem iranischen Präsident Hassan Ruhani verurteilte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Angriffe auf den Golanhöhen und forderte Teheran auf, zur Deeskalation in der Region beizutragen. Auch Frankreich, Großbritannien und Russland riefen beide Seiten zur Mäßigung auf.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres forderte ebenfalls ein "sofortiges Ende aller Feindseligkeiten" im Nahen Osten. Jegliche Provokationen müssten vermieden werden, "um einen neuen Flächenbrand in einer bereits jetzt in schreckliche Konflikte verwickelten Region zu verhindern", erklärte Guterres. Der UN-Sicherheitsrat müsse die Lage wachsam verfolgen und seinen Verpflichtungen nach der UN-Charta nachkommen, erklärte Guterres. Eine Dringlichkeitssitzung wurde bislang nicht einberufen.

Israels UN-Botschafter Danny Danon forderte Guterres und den Sicherheitsrat zu einer Verurteilung der iranischen Raketenangriffe auf die Golanhöhen auf. Das "aggressive Handeln des Iran" müsse verurteilt werden. Zudem müsse der Sicherheitsrat den Iran auffordern, sich militärisch aus Syrien zurückzuziehen.

Quelle: n-tv.de, lou/dpa/AFP