Politik

Vergeltungsschlag in Syrien Iran greift IS-Gebiet mit Raketen an

18c936c15b01da2db8bf7561fc1c816e.jpg

Vergeltung für den Anschlag von Ahwas: Der Iran demonstriert mit dem Raketenangriff in Syrien militärische Stärke.

(Foto: AP)

Die Rache der Revolutionsgarden kommt aus der Luft: Das iranische Militär feuert neun Tage nach dem blutigen Anschlag auf eine Militärparade in Ahwas eine Salve Mittelstreckenraketen auf Stellungen in Syrien - quer über den Irak hinweg.

Der Iran hat eigenen Angaben zufolge im Rahmen eines Vergeltungsschlags Mittelstreckenraketen auf Ziele in Syrien abgefeuert. Der nächtliche Angriff galt demnach Stellungen sunnitischer Terroristengruppen bei Albu Kamal im Südosten Syriens unweit der Grenze zum Irak.

Die sechs ballistischen Raketen seien rund 570 Kilometer weit geflogen, teilte ein Sprecher der Revolutionsgarden mit. Wie aus einer im iranischen Staatsfernsehen gezeigten Karte hervorging, wurden die Geschosse in der Region Kermanschah im Westen des Irans gestartet und gingen im Südosten Syriens nieder. Das Zielgebiet zählt zu den letzten Rückzugsgebieten des "Islamischen Staats". Die Nachrichtenagentur Fars News zeigte Fotos von Raketen, auf denen "Tod der Familie Saud", "Tod Amerika" und "Tod Israel" geschrieben war.

Mit dem Raketenangriff auf Ziele in Syrien reagierten die iranischen Revolutionsgarden auf den blutigen Anschlag auf Zuschauer und Teilnehmer einer Militärparade in Ahwas, bei dem am vorvergangenen Samstag 29 Menschen, darunter auch Frauen und Kinder, ums Leben gekommen waren. Zwölf Mitglieder der Revolutionsgarden fielen dem Anschlag zum Opfer.

Die Regierung in Teheran hatte bereits kurz nach den tödlichen Schüssen in der westiranischen Staat eine "vernichtende Antwort" angekündigt. IS-Anhänger reklamierten den Feuerüberfall für sich. Zunächst hatte allerdings auch die sunnitische Separatistenbewegung "Ahwas Nationaler Widerstand" die Verantwortung übernommen. Die vier Angreifer wurden bei Gefechten mit Sicherheitskräften vor Ort getötet.

Den Garden zufolge wurden parallel zu dem Raketenbeschuss auch weitere Ziele mit Drohnen angegriffen. Die Regierung in Teheran wirft den sunnitisch geprägten Erzrivalen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) vor, Extremisten im Iran zu unterstützen. Beide Staaten wiesen die Vorwürfe zurück. Der Iran engagiert sich militärisch, logistisch und finanziell im Kampf gegen die Terrororganisation IS in Syrien und dem Nordirak.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, mmo/rts

Mehr zum Thema