Keine US-Attacken in dieser NachtIran greift wieder Ziele in Kuwait an

Nach zwei Nächten mit gegenseitigen Militärschlägen schweigen die Waffen zwischen den USA und dem Iran zunächst. Jetzt meldet Kuwait aber erneut Attacken mit Drohnen und Raketen. Das US-Verteidigungsministerium scheint sich derweil auf einen längeren Einsatz in der Region vorzubereiten.
Der Golfstaat Kuwait ist am frühen Morgen erneut Ziel iranischer Angriffe geworden. Die Luftabwehr wehre "feindliche Raketen- und Drohnenangriffe ab", teilte das Militär des mit den USA verbündeten Landes auf X mit. Explosionsgeräusche seien auf das Abfangen der Drohnen zurückzuführen. Irans staatlicher Rundfunk Irib berichtete auf X, die Angriffe seien eine Antwort auf "Amerikas Verbrechen" und richteten sich gegen US-Militärstützpunkte in Kuwait.
Kuwait war wie auch Jordanien und Bahrain erst in der Nacht zum Mittwoch Ziel iranischer Vergeltungsschläge gewesen, nachdem das US-Militär nach eigenen Angaben Militäreinrichtungen im Iran attackiert hatte. Die drei Staaten sind Verbündete Washingtons und beherbergen US-Stützpunkte.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth verlängert unterdessen nach Informationen des "Wall Street Journals" die Truppenstationierungen in der Region. Dies sei ein Zeichen dafür, dass sich der vor gut sechs Monaten begonnene Konflikt bis weit ins nächste Jahr hineinziehen könnte, zitierte die US-Zeitung mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Gleichzeitig schränken logistische Probleme den Handlungsspielraum der US-Regierung ein. Einem Medienbericht zufolge warnten die Spitzen der Streitkräfte Hegseth kürzlich davor, dass eine Verlängerung des Krieges die Einsatzbereitschaft des Militärs in anderen Regionen gefährde. Eine taktische Pause könnte den Streitkräften zudem Zeit geben, ihre stark geschrumpften Munitionsbestände wieder aufzufüllen.
Berater warnen vor Eskalation vor den Midterms
Nach Informationen von Reuters versuchen führende Berater von Trump zu verhindern, dass der Krieg vor den Kongresswahlen im November weiter eskaliert. Die US-Regierung wolle demnach vorerst auf verstärkten wirtschaftlichen Druck setzen, um der Führung in Teheran Zugeständnisse abzuringen. "Wir halten den Druck auf den Iran aufrecht", sagte ein Insider der Nachrichtenagentur. "Aber der November hat Vorrang." Nach der Wahl könnten jedoch wieder vermehrt militärische Mittel zum Einsatz kommen. Zu den Befürwortern dieser Strategie sollen Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio gehören.
Ein unberechenbarer Faktor bleibt allerdings Trump selbst. Zwar sei der US-Präsident derzeit nicht an einer Eskalation interessiert, sagten die Insider. Auf Truth Social drohte Trump dem Iran am Dienstag jedoch mit einem noch härteren Gegenschlag, sollte das Land auf die jüngsten US-Schläge reagieren. Zur aktuell laufenden Militäroffensive sagte Trump vor Journalisten im Oval Office, diese werde nicht "zu lange" andauern. Der Iran versuche, eine Rakete zum Abwurf von Minen zu bauen. Die USA hätten diese jedoch zerstört. Zudem habe der Iran an der Instandsetzung seiner Radar- und Raketensysteme gearbeitet, die ebenfalls Ziel der US-Angriffe gewesen seien. "Wir haben das gesamte neue Gerät ausgeschaltet, das sie entlang der Straße von Hormus in Stellung zu bringen versuchten", sagt der Präsident. Es sei ein sehr schwerer Angriff gewesen, und die USA seien jederzeit zu einem weiteren bereit.