Politik

Untersuchungen zu Absturz Iran lässt Boeing-Experten ins Land

Der Absturz eines ukrainischen Passagierflugzeugs nahe Teheran nach den Raketenangriffen des Iran im Irak wirft Fragen auf. Teheran will die Untersuchungen nicht aus der Hand geben, lenkt aber nun ein: Boeing-Experten, auch aus den USA, sollen für Aufklärung sorgen.

Der Iran will neben Experten aus der Ukraine auch Boeing-Fachleute aus den USA, Kanada und Frankreich an den Untersuchungen zur Absturzursache der ukrainischen Passagiermaschine bei Teheran beteiligen. Das gab der Leiter der iranischen Luftfahrtbehörde, Ali Abedsadeh, bekannt.

Die Nationale Behörde für Transportsicherheit (NTSB) in den USA sei von der iranischen Luftfahrtbehörde über den Absturz benachrichtigt worden und habe einen Vertreter für die Untersuchungen ernannt, hieß es in einer Mitteilung. Die Behörde evaluiere, in welchem Maß sie an der Untersuchung beteiligt sein werde und verwies darauf, dass die Iraner die Untersuchung leiteten. Ein Sprecher von Boeing hatte zuvor auf Anfrage gesagt, das Unternehmen würde die NTSB für den Fall einer Beteiligung an den Untersuchungen unterstützen.

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Bei dem Absturz waren am Mittwoch mehr als 170 Menschen ums Leben gekommen - darunter 63 Kanadier. Kurz zuvor hatte der Iran zwei von US-Soldaten genutzte Stützpunkte im Irak angegriffen. Die kanadische Regierung sprach von einem Abschuss der Maschine. Die iranischen Behörden bekräftigten hingegen, dass eine technische Ursache zu der Katastrophe geführt habe. Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran standen die Zeichen nach den gezielten Militärschlägen unterdessen vorerst auf Entspannung.

Blackboxen sollen im Iran untersucht werden

Iranischen Angaben zufolge traf das ukrainische Team bereits in Teheran ein, die anderen Teams würden in den nächsten Tagen erwartet. Die Teilnahme der Boeing-Experten wurde vom Außenministerium in Teheran bestätigt.

Die Blackboxen des Flugzeuges sollen im Iran untersucht werden. Falls dies aber aus technischen Gründen nicht möglich sein sollte, wären auch Untersuchungen im Ausland denkbar. Es sollten alle technischen Möglichkeiten in Betracht gezogen werden, um die Absturzursache umgehend zu klären, sagte Abedsadeh.

Die Behauptung, dass die Maschine von einem iranischen Raketenabwehrsystem getroffen worden sei, bezeichnete er technisch und wissenschaftlich als absurd. Vielmehr sei er der Auffassung, dass die Amerikaner solche Gerüchte in die Welt setzten, um das bereits international angekratzte Image von Boeing nicht noch weiter zu beschädigen.

Quelle: ntv.de, bad/dpa