Kein Einlenken im KonfliktIran räumt Kriegsfolgen für Wirtschaft ein

Krieg, Blockade, Sanktionen: Irans Wirtschaft gerät massiv unter Druck. Doch Teheran beschwört Widerstand, Kontrolle über die Straße von Hormus - und den Kampf gegen die wachsende Not im Land.
Die iranische Führung hat schwere wirtschaftliche Schäden durch den Krieg mit den USA eingeräumt, zugleich jedoch Härte signalisiert. Der Iran werde trotz der neuen US-Wirtschaftssanktionen nicht einknicken, hieß es in einer von staatlichen Medien verbreiteten Erklärung der Führung in Teheran.
Die Islamische Republik werde dem US-Druck standhalten, die Diplomatie fortsetzen und die Kontrolle über die strategisch wichtige Straße von Hormus behalten. Zudem wolle sie sich darauf konzentrieren, die Inflation einzudämmen, Arbeitsplätze zu schaffen, die heimische Produktion zu fördern und die Abhängigkeit vom Dollar schrittweise zu verringern.
Am Freitag hatte das Außenministerium die US-Sanktionen als "Staatsterrorismus" und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt. Sie gefährdeten die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen. Zugleich hatte der oberste Führer Ajatollah Modschtaba Chamenei, der seit seiner Verletzung bei dem Angriff am 28. Februar, bei dem sein Vater Ali Chamenei getötet wurde, nicht mehr öffentlich aufgetreten ist, die Regierung in einer schriftlichen Erklärung aufgefordert, die wirtschaftliche Notlage der Bevölkerung zu bekämpfen.
Immer wieder Strafmaßnahmen
Präsident Massud Peseschkian erklärte, dass der iranische Außenhandel unter der Last von US-Sanktionen und einer US-Seeblockade um fast 35 Prozent eingebrochen sei. Hintergrund der Regierungsäußerungen ist eine weitere Verschärfung der US-Sanktionen. Washington droht Ländern und Unternehmen, die ihre Geschäftsbeziehungen zum Iran nicht einstellen, mit Sekundärsanktionen, verzichtete jedoch zunächst auf Strafmaßnahmen gegen wichtige iranische Handelspartner wie China und Indien, um negative Auswirkungen auf die eigene und die weltweite Wirtschaft zu vermeiden.
Das US-Finanzministerium verhängte jedoch im Zuge des verschärften Vorgehens nun Strafmaßnahmen gegen die ägyptische Banque Misr wegen Geschäften mit Teheran. Vorgesehen ist eine Regelung, die den Filialen der Bank in den Vereinigten Arabischen Emiraten den Zugang zu Dollar-Transaktionen abschneidet.