Politik

"Alligator des Persischen Golfs" Iran richtet mächtigen Kartellchef hin

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Der Iran steht seit Jahren wegen zahlreicher Hinrichtungen im Fokus internationaler Kritik.

(Foto: AP)

Fünf Jahre sind ihm Ermittler auf der Spur. Dann geht der iranischen Justiz der Boss eines bekannten Drogenkartells ins Netz. Für seine kriminellen Machenschaften wird der 36-Jährige jetzt mit dem Tod bestraft.

Der Chef eines großen Drogenkartells in der Region des Persischen Golfes und sein Stellvertreter sind im Iran hingerichtet worden. Die beiden Männer seien im Zentralgefängnis der südiranischen Provinz erhängt worden, teilte die iranische Justiz laut der Nachrichtenagentur Isna mit. 18 weitere Mitglieder des unter dem Namen "Alligator des Persischen Golfs" bekannten Drogenkartells seien zu hohen Gefängnis- und Geldstrafen verurteilt worden. 

Der 36-jährige Kartellchef hatte über den Persischen Golf laufende Drogengeschäfte in immensem Umfang geleitet. Er war nach fünfjähriger Ermittlungsarbeit von der iranischen Rauschgiftfahndung in eine Falle gelockt worden. Bei seiner Verhaftung letztes Jahr wurden bei ihm mehr als 100 Tonnen Rauschgift beschlagnahmt.

Im Iran wird die Todesstrafe unter anderem wegen Mordes, Vergewaltigung, bewaffneten Raubes und schwereren Drogenhandels verhängt. Der Iran steht seit Jahren wegen zahlreicher Hinrichtungen im Fokus internationaler Kritik. Im Jahr 2018 sind nach Angaben des Bundesaußenministeriums 223 Menschen im Iran hingerichtet worden. 

Die Todesstrafe gibt es nur noch in etwa einem Drittel aller Länder weltweit. Trotzdem werden Jahr für Jahr immer noch Hunderte Menschen exekutiert. Wie viele es genau sind, ist unklar. Das liegt vor allem an China, da das Land Angaben zur Todesstrafe unter Verschluss hält. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International geht davon aus, dass es in dem bevölkerungsreichsten Land der Welt Jahr für Jahr Tausende Todesurteile und Hinrichtungen gibt.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa