Politik

300-Millionen-Transfer abgesagt Iran will doch kein Bargeld aus Deutschland

RTX6D04F.jpg

Die Europäisch-Iranische Handelsbank mit Sitz in Hamburg änderte ihre Pläne.

REUTERS

Ein iranisches Geldhaus plant angesichts bestehender Sanktionen einen millionenschweren Bargeld-Transport nach Teheran. Das Vorhaben ist sowohl in Deutschland als auch international höchst umstritten. Nun macht die Bank überraschend einen Rückzieher.

Der Iran verzichtet auf einen umstrittenen Bargeld-Transfer von 300 Millionen Euro aus Deutschland. Die Europäisch-Iranische Handelsbank (EIHB) will dieses Vorhaben vorerst nicht weiter verfolgen, wie "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR berichteten.

Dem Bericht zufolge informierte das in iranischem Staatsbesitz befindliche Geldhaus die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) in Bonn über die Änderung der Pläne. Auch die Bundesregierung wurde demnach über die Entscheidung der Bank informiert. Das Bundesfinanzministerium und das Auswärtige Amt wollten sich auf Anfrage nicht äußern.

Die USA hatten auf eine Absage des Transfers gedrängt. Die Vereinigten Staaten werfen dem Iran vor, das Geld für Terroraktivitäten im Nahen Osten nutzen zu wollen. Die Handelsbank hatte den Geldtransport beantragt, weil das Geld wegen bestehender Sanktionen im internationalen Zahlungsverkehr nicht einfach in den Iran überwiesen werden kann.

Ursprünglich gab es von deutscher Seite kaum eine Handhabe, den Transfer zu unterbinden. Zum 25. August änderte die Bundesbank aber ihre Geschäftsbedingungen. Seitdem kann man für eine so hohe Bargeldauszahlung Erklärungen - etwa zur Verhinderung der Terrorismusfinanzierung - verlangen. Sind die Erklärungen nicht ausreichend, kann das Geschäft verweigert werden.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

Mehr zum Thema