Politik

Nach Abschuss von Passagierjet Iran wird Flugschreiber an Ukraine geben

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Von dem abgeschossenen Flugzeug waren nur noch Trümmer übrig.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Iran schießt irrtümlich eine ukrainische Passagiermaschine ab - und spricht von einem technischen Defekt. Erst Tage später räumt die Regierung ihre Schuld an dem Unglück ein. Jetzt will sie den Flugschreiber der Ukraine überlassen.

Der Iran hat angekündigt, die Flugschreiber der abgeschossenen ukrainischen Passagiermaschine den Behörden in Kiew zu übergeben. Die Auswertung der Daten- und Stimmenaufzeichnungen aus dem Cockpit auf den stark beschädigten zwei Flugschreibern sei im Iran technisch nicht möglich, begründete ein Sprecher der iranischen Luftfahrtbehörde die Entscheidung nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim.

Falls die Auswertung auch in der Ukraine nicht möglich sein sollte, würden die Flugschreiber an Experten in Frankreich weitergeleitet,habe der Sprecher gesagt. Aus der Ukraine gibt es zu dieser möglichen Weiterleitung nach Frankreich keine Informationen. Die Maschine war am 8. Januar kurz nach dem Start abgeschossen worden. Nach tagelangen Dementis räumte der Iran schließlich ein, die Maschine irrtümlich abgeschossen zu haben. Alle 176 Menschen an Bord starben. Nach iranischen Angaben waren 147 der Passagiere Iraner, darunter viele mit doppelter Staatsbürgerschaft, sowie 29 Bürger der Ukraine, Kanadas, Schwedens und Afghanistans.

Der Abschuss der Maschine und besonders die Tatsache, dass die iranische Führung zunächst leugnete, dass die Maschine abgeschossen worden war, führten im Iran zu Protesten. Die Demonstranten forderten eine Bestrafung der Verantwortlichen, einige sogar den Rücktritt der iranischen Führung. Präsident Hassan Ruhani versprach daraufhin eine gründliche und lückenlose Aufklärung der Abschussumstände durch ein Sondergericht und verschiedene Expertenteams.

Die Deutsche Lufthansa will indes frühestens Ende März wieder nach Teheran fliegen. Die Fluggesellschaft macht dafür die weiterhin unklare Sicherheitslange für den Luftraum rund um den Flughafen der iranischen Hauptstadt verantwortlich.

Quelle: ntv.de, ibu/dpa