Politik

Ghafouri unterstützt Proteste Irans Regime lässt bekannten Fußballer festnehmen

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Ghafouri wurde im Juli wegen Kritik an iranischen Behörden aus seinem Club ausgeschlossen.

(Foto: imago images/Amirhossein Kheirkhah)

Voria Ghafouri ist einer der besten Fußballspieler Irans. Wegen seiner regierungskritischen Haltung darf der Außenverteidiger aber nicht zur WM in Katar. Auch sein Verein wirft den 35-Jährigen raus. Ghafouri lässt sich nicht unterkriegen - und landet nun hinter Gittern.

Der ehemalige iranische Fußballnationalspieler Voria Ghafouri ist nach Angaben der regierungsnahen Nachrichtenagentur Tasnim verhaftet worden. Dem 35 Jahre alten Verteidiger werde Propaganda gegen das iranische Politsystem sowie Beleidigung der Nationalmannschaft vorgeworfen, hieß es in dem Tasnim-Bericht. Weitere Details zu der Verhaftung wurden nicht angegeben. Der iranische Fußballverband hat sich zu dem Bericht noch nicht geäußert.

Der Iran-Kurde Ghafouri gehört seit Jahren zu den Kritikern des islamischen Systems im Iran, insbesondere im Zusammenhang mit der Diskriminierung der Frauen im Land. Wegen seiner öffentlichen politischen Äußerungen wurde er auch im Juli von seinem Verein Esteghlal Teheran entlassen, obwohl er bei den Fans äußerst beliebt war. Auf Instagram folgen Ghafouri 3,3 Millionen Menschen. Er wechselte daraufhin zum südiranischen Club Foolad Khuzestan.

Auch für die Nationalmannschaft wurde Ghafouri wegen seiner politischen Einstellung nicht mehr nominiert, obwohl er immer noch zu den besten Außenverteidigern des Landes gehört. Bei den jüngsten Protesten stellte sich Ghafouri deutlich hinter die Demonstranten und verurteilte mehrmals die brutalen Einsätze der Polizei- und Sicherheitskräfte.

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Irans Nationalmannschaft hatte zum WM-Auftakt in Katar während der Hymne geschwiegen. Iranische Aktivisten sahen darin eine Geste der Unterstützung für die landesweiten Proteste im Land. Das iranische Staatsfernsehen unterbrach die Übertragung. Danach gab es Spekulationen, den Spielern könnten in der Heimat Konsequenzen drohen.

Auslöser der systemkritischen Proteste war der Tod der jungen iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini. Sie starb Mitte September im Polizeigewahrsam, nachdem sie von den Sittenwächtern wegen Verstoßes gegen islamische Kleidungsvorschriften festgenommen worden war. Die darauffolgenden Proteste haben die politische Führung Irans in eine der schwersten Krisen seit Jahrzehnten gestürzt.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa

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