Politik

Antwort auf Sprengstoff-Ballons Israel greift Ziele im Gazastreifen an

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Die Sprengstoff-Ballons sind mit Kühlgas befüllte Präservative, an denen Brandsätze angebracht werden. Die Ballons fliegen bei entsprechendem Wind in Richtung Israel.

(Foto: dpa)

Die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas setzt in ihrem Kampf gegen Israel verstärkt Sprengstoff-Ballons ein. Die israelische Luftwaffe reagiert mit Angriffen. Derweil schaut die Welt nach Washington, wo US-Präsident Trump am Dienstag seinen Nahost-Friedensplan vorstellen will.

Nach neuen Angriffen mit Sprengstoff-Ballons aus dem Gazastreifen hat die israelische Luftwaffe in der Nacht Ziele in dem Palästinensergebiet beschossen. Es seien "Terrorziele" der im Gazastreifen herrschenden Hamas im Süden der Küstenzone angegriffen worden, teilte die Armee mit. Darunter seien eine Waffenfabrik und eine Militäranlage. Bei den Angriffen sei niemand verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit. Zuvor war es entlang des Gazastreifens zu neuen Angriffen mit Sprengstoff-Ballons gekommen, die Palästinenser in Richtung Israel geschickt hatten.

Seit 2007 herrscht eine verstärkte israelische Blockade des Gazastreifens, die inzwischen von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen die Maßnahme mit Sicherheitserwägungen. Rund zwei Millionen Einwohner leben unter sehr schlechten Bedingungen in dem Küstenstreifen. Palästinenser protestieren regelmäßig gegen die Blockade.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft. Sie hat sich die Zerstörung Israels auf die Fahnen geschrieben.

Trump stellt am Dienstag Nahost-Friedensplan vor

Derweil setzt Israels amtierender Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eigenen Angaben zufolge große Hoffnungen in den Nahost-Friedensplan von US-Präsident Donald Trump. "Eine solche Gelegenheit ergibt sich nur einmal in der Geschichte und darf nicht verpasst werden", erklärte der rechtskonservative Politiker. Er sei zuversichtlich, dass Israel vor einem "historischen Moment" stehe.

Oppositionsführer Benny Gantz sagte, der US-Friedensplan sei ein "Meilenstein". Er könne es verschiedenen Akteuren im Nahen Osten ermöglichen, "endlich eine historische Vereinbarung" zu schließen.

Der US-Präsident will seinen lange erwarteten Friedensplan für den Nahen Osten am Dienstag in Washington veröffentlichen. Direkt im Anschluss daran will er Netanjahu im Weißen Haus empfangen. Der US-Präsident lud auch Gantz nach Washington ein, ein Treffen der beiden ist nach Angaben des israelischen Oppositionsführers für Montag geplant.

Trump hat es zu einem seiner zentralen außenpolitischen Ziele erklärt, als Friedensstifter zwischen Israelis und Palästinensern in die Geschichte einzugehen. Allerdings setzt er dabei auf einen engen Schulterschluss mit Israel. Die Palästinenser lehnen den US-Friedensplan kategorisch ab.

Der ökonomische Teil des maßgeblich von Trumps Berater und Schwiegersohn Jared Kushner erarbeiteten Friedensplans war bereits im vergangenen Jahr veröffentlicht worden. Der Plan setzt auf massive Wirtschaftshilfen für die Palästinenser. Zudem sieht er eine Abkehr von der Zwei-Staaten-Lösung vor, die der zentrale Ansatz der internationalen Bemühungen um eine Lösung im Nahost-Konflikt ist.

Quelle: ntv.de, wne/dpa/AFP