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Siedler dürfen in Gegend bleibenIsrael reißt Dorf im Westjordanland ab - 70 Menschen obdachlos

02.09.2026, 21:23 Uhr
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Die Landschaft von Masafer Yatta im Westjordanland. (Foto: picture alliance / SIPA)

Die israelischen Behörden machen im Westjordanland auf einen Schlag zwölf Familien obdachlos. Grund dafür ist laut Israel, dass die eigenen Streitkräfte in der Gegend operieren. Beobachter sprechen von einem Vorwand und sehen eine jahrzehntelange Strategie der Vertreibung.

Die israelischen Besatzungsbehörden haben in einem palästinensischen Dorf im Westjordanland alle Häuser abreißen lassen und damit die Vertreibung von rund 70 Menschen in die Wege geleitet. Israel begründet die Maßnahme damit, dass das Dorf Khirbet al-Tabban innerhalb einer Schusszone der israelischen Streitkräfte liegt, wie die "Times of Israel" berichtet. Laut einem Bericht der Zeitung "Haaretz" gestattet es Israel jedoch jüdischen Siedlern, in demselben Gebiet Außenposten und landwirtschaftliche Betriebe zu errichten.

Nach Angaben von Beobachtern handelt es sich bei der Dorfgemeinde um Menschen, die ihren Lebensunterhalt mit Viehzucht bestreiten. In einem Video von israelischen Aktivisten auf X ist zu sehen, wie Bulldozer die Häuser in dem kleinen Dorf zerstören. Die israelische Veteranenorganisation "Breaking the Silence" schrieb dazu: "Das israelische Militär hat mehr als zwanzig Kinder und ihre Eltern obdachlos gemacht. Die Zerstörung des Dorfes ist Teil einer jahrzehntelangen Strategie, palästinensische Gemeinden in Masafer Yatta unter dem Vorwand der 'Schusszone 918' zu vertreiben."

Laut der israelischen Menschenrechtsorganisation B'Tselem wurden die Bewohner des Ortes - insgesamt zwölf Familien - vor dem Abriss nicht vorgewarnt und durften ihr Eigentum nicht mitnehmen.

Masafer Yatta nahe Hebron ist eine Ansammlung zahlreicher palästinensischer Ortschaften und Weiler im Westjordanland und gehört zu den Orten, an denen Palästinenser laut den Vereinten Nationen in den letzten zwei Jahren zunehmend durch stark angestiegene Gewalt von Siedlern vertrieben wurden.

Nach Angaben von B'Tselem hat Israel seit Oktober 2023 66 palästinensische Gemeinschaften im Westjordanland vertrieben. Rund 4930 Palästinenser seien im Rahmen dieser Aktionen vertrieben worden, darunter etwa 2340 Kinder und Jugendliche.

Quelle: ntv.de, dsc

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