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Zwischenfall über den Golanhöhen Israel schießt syrischen Kampfjet ab

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An der Grenze zu Syrien im Einsatz: Startbehälter des Flugabwehrsystems "Patriot" (Archivbild).

(Foto: picture alliance / Sara Lemel/dp)

Luftalarm an der syrisch-israelischen Grenze: Das israelische Militär schießt nach Angaben eines Armeesprechers ein syrisches Kampfflugzeug ab. Die Maschine soll über den Golanhöhen in den von Israel kontrollierten Luftraum eingedrungen sein.

Israel hat einen syrischen Kampfjet abgeschossen, der in seinen Luftraum eingedrungen war. Die israelische Armee feuerte nach eigenen Angaben zwei Abwehrraketen auf das Flugzeug des Typs Suchoi. Die Maschine sei im Grenzgebiet knapp zwei Kilometer tief in den von Israel kontrollierten Luftraum eingedrungen, teilte ein Armeesprecher mit. Nähere Angaben zum Flugzeugtyp machte er nicht.

In den Beständen der syrischen Luftwaffe sind verschiedene Modelle des russischen Herstellers Suchoi im Einsatz. Allerdings setzen auch die russischen Streitkräfte in Syrien Suchoi-Jets ein. Das israelische Militär spricht allerdings ausdrücklich von einem syrischen Kampfflugzeug.

Einheiten der Luftabwehr hätten den Flugweg des Jets auf den Radarschirmen beobachtet und schließlich zwei Patriot-Abwehrraketen auf das Flugzeug abgefeuert. Eine der beiden Abfangraketen habe den Jet über den südlichen Golanhöhen getroffen, hieß es.

Aktivisten zufolge ist einer der beiden Piloten ums Leben gekommen. Das Schicksal des zweiten Besatzungsmitglieds sei noch unbekannt, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Nach ihm werde weiter gesucht. Auch die russische Nachrichtenseite Sputnik meldete unter Berufung auf syrische Militärkreise, einer der beiden Piloten sei getötet worden, das Schicksal des anderen unklar. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. Moskaus Armee ist in Syriens Bürgerkrieg ein enger Verbündeter der Regierungstruppen.

Berichte: Jet flog über Syrien

Syrischen Medienberichten zufolge wurde der Kampfjet getroffen, als er sich in syrischem Luftraum befunden habe. Ein syrischer Militärvertreter sagte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Sana, das Kampfflugzeug habe Stellungen von Dschihadisten in der Region von Saida am Rande des Jarmuk-Beckens bombardiert und sich dabei im syrischen Luftraum befunden.

Nach Angaben eines israelischen Armeesprechers stürzte der Jet in Syrien ab. Er könne nicht sagen, warum es in Syrien niederging, obwohl es in israelischem Luftraum abgeschossen wurde. "Vielleicht hat er gewendet", sagte Armeesprecher Jonathan Conricus. Das Flugzeug des Typs Suchoi sei auf dem syrischen Militärflugplatz T4 gestartet und sehr schnell in Richtung Israel geflogen. Es sei unklar, ob der Jet absichtlich oder versehentlich in den israelischen Luftraum vorgedrungen sei. Israel habe vor dem Zwischenfall mehrere Warnungen über verschiedene Kanäle und in verschiedenen Sprachen abgegeben, sagte Conricus. "Wir wissen, dass es ein syrisches Flugzeug war, obwohl die Russen auch Kampfeinsätze in dieser Gegend fliegen."

Im Grenzgebiet auf israelischer Seite heulten die Alarmsirenen. Der Luftalarm galt für Bewohner der Golanhöhen, die Stadt Katzrin und den Bezirk Emek HaYarden am See Genezareth.

Der Vorfall löste international neue Sorgen vor einem möglichen Übergreifen des syrischen Bürgerkriegs auf das Nachbarland Israel aus. Syrien und Israel teilen sich eine rund 80 Kilometer lange Grenze. Syriens Hauptstadt Damaskus liegt nur rund 50 Kilometer von den Golanhöhen entfernt. Auf syrischer Seite gehen regimetreue Kräfte mit Unterstützung aus Russland und dem Iran seit Wochen gegen die verbliebenen Rebellengebiete in der Region vor.

"Seit dem frühen Morgen haben die Kämpfe in Syrien zugenommen", berichtete ein Sprecher des israelischen Militärs. Zeitgleich seien auch zunehmende Aktivitäten der syrischen Luftwaffe zu verzeichen. Die israelischen Streitkräfte seien in Alarmbereitschaft, hieß es.

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Quelle: n-tv.de, mmo/AFP/rts/dpa

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