Politik

70.000 Tote im Gazastreifen?Israel übergibt Leichen von 15 Palästinensern

29.01.2026, 17:14 Uhr
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Die nächste Phase des Friedensplans sieht die Entwaffnung der Hamas vor. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Im Gaza-Konflikt kann die nächste Phase des US-Friedensplans beginnen. Mit der Übergabe von mehr als einem Dutzend Leichen erfüllt Israel eine weitere Bedingung. Insgesamt geht die Armee von Zehntausenden Opfern auf palästinensischer Seite aus.

Israel hat die sterblichen Überreste von 15 Palästinensern in den Gazastreifen überstellt. Die Leichname wurden durch Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben, wie die Organisation bestätigte. Auch israelische Kreise bestätigten die Übergabe. Mit dem Schritt, der auf die Rückführung der letzten israelischen Geisel-Leiche folgte, sind die Bedingungen für den Übergang in die nächste Phase des Gaza-Friedensplans erfüllt.

Der Plan von US-Präsident Donald Trump war im November auch durch eine Resolution des UN-Sicherheitsrats abgesichert worden. Das übergeordnete Ziel des Plans ist eine dauerhafte Beendigung des Kriegs zwischen Israel und der islamistischen Hamas sowie der Wiederaufbau des in zwei Kriegsjahren weitgehend zerstörten Küstenstreifens.

Nach Beginn der Waffenruhe ließ die Hamas die letzten 20 lebenden Geiseln frei, während im Gegenzug rund 2.000 palästinensische Häftlinge von Israel entlassen wurden. Zudem übergab die Hamas insgesamt 28 Geisel-Leichen. Die Übergabe verlief jedoch anders als vereinbart schleppend und dauerte statt 72 Stunden insgesamt mehr als drei Monate.

Israel hat im Rahmen der Abmachungen insgesamt 360 tote Palästinenser überstellt. Die genauen Umstände ihres Todes sind häufig nicht bekannt. Es wird vermutet, dass Israel ihre Leichen in einem Militärlager aufbewahrte. Die Identifizierung gestaltete sich nach Angaben der Gesundheitsbehörde im Gazastreifen in vielen Fällen schwierig.

Israel: 25.000 tote Hamas-Terroristen

Israelische Medien berichteten derweil unter Berufung auf Angaben aus der Armee, dass während des Krieges etwa 70.000 Menschen im Gazastreifen getötet wurden. Etwa 25.000 Tote sollen Hamas-Terroristen sein. Die Zahl soll keine Menschen umfassen, die möglicherweise noch unter Trümmern begraben sind.

Auch sollen bis Anfang 2024 etwa 13 Prozent der Raketensalven der Hamas Fehlschläge gewesen sein, was zum Tod vieler Palästinenser geführt habe, hieß es in einem Bericht der "Jerusalem Post". Das israelische Militär bestreitet zudem, dass gesunde Menschen an Hunger gestorben sind.

Auslöser des Kriegs war ein Massaker der Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen, bei dem in Israel rund 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 weitere in den Gazastreifen verschleppt wurden. Israel reagierte darauf mit massiven Luftangriffen und Bodeneinsätzen in Gaza. In den zwei Jahren des Kriegs wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 70.000 Palästinenser getötet.

Quelle: ntv.de, rog/dpa

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