Trump erwägt weiterhin AngriffUS-Regierung berät mit Israelis und Saudis über Iran

US-Präsident Trump hält sich einen Militärschlag gegen den Iran offen und berät sich dazu mit der israelischen Regierung. Saudi-Arabien, die Türkei und Russland dringen auf weitere Gespräche über Teherans Atomprogramm. Auch Außenminister Wadephul äußert sich defensiv.
Die US-Regierung empfängt einem Medienbericht zufolge noch diese Woche hochrangige Vertreter aus Israel und Saudi-Arabien zu Gesprächen über den Iran. US-Präsident Donald Trump erwäge nach wie vor einen militärischen Einsatz gegen die Führung in Teheran, berichtete das Portal Axios unter Berufung auf Insider. Israelische Regierungsvertreter würden daher nach Washington reisen, um Geheimdienstinformationen über mögliche Ziele im Iran auszutauschen. Die saudi-arabischen Vertreter hingegen dringen demnach aber auf eine diplomatische Lösung, um einen größeren regionalen Krieg abzuwenden. Eine Stellungnahme des US-Präsidialamts lag zunächst nicht vor.
Die Ungewissheit über einen möglichen Militärschlag hält an, seit Trump in der vergangenen Woche erklärt hatte, eine "Armada" sei auf dem Weg in Richtung Iran. Er hoffe jedoch, diese nicht einsetzen zu müssen. Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman hatte dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian der amtlichen Nachrichtenagentur SPA zufolge in dieser Woche versichert, die Führung in Riad werde ihren Luftraum oder ihr Territorium nicht für Militäraktionen gegen die Islamische Republik zur Verfügung stellen.
Der iranische Armeechef Amir Hatami bekräftigte die Bereitschaft seines Landes zu einer entschlossenen Reaktion auf einen möglichen US-Angriff. Jeder Angriff auf den Iran werde eine "vernichtende Antwort" Teherans zur Folge haben, sagte er im Staatsfernsehen. Die Streitkräfte seien mit 1000 weiteren Drohnen ausgestattet worden. Bei der Produktion der Drohnen seien die "neuen Bedrohungen" sowie die Lehren aus dem zwölftägigen Krieg mit Israel im vergangenen Juni berücksichtigt worden.
Russland und die Türkei setzen auf Diplomatie
Russland warnte die USA vor einem militärischen Vorgehen gegen den Iran. Das Potenzial für Gespräche sei noch nicht ausgeschöpft, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in Moskau. Jede Gewaltanwendung gegen den Iran könne zu "Chaos" in der Region führen und gefährliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Die Türkei bot an, zwischen Washington und Teheran zu vermitteln. Außenminister Hakan Fidan empfängt am Freitag seinen iranischen Kollegen Abbas Araghtschi in Ankara. "Es ist falsch, den Iran anzugreifen", sagte Fidan dem katarischen Fernsehsender Al-Dschasira. "Es ist falsch, den Krieg wieder zu beginnen." Teheran sei zu Verhandlungen über sein Atomprogramm bereit.
Bundesaußenminister Wadephul sagte am Rande eines Treffens mit seinen EU-Kollegen in Brüssel, er hoffe auf eine "positive Einigung" mit dem Iran. "Niemand braucht einen neuen, weiteren Konflikt", sagte der CDU-Politiker. "Aber das iranische Regime muss wissen, dass es sein Verhalten nicht so fortsetzen kann, wie wir es in der Vergangenheit gesehen haben". Wadephul sagte, die von den USA angesprochenen Punkte mit Blick auf das iranische Raketenprogramm und die nukleare Bewaffnung Teherans seien auch für Deutschland von "großer Wichtigkeit".