Ohne Hisbollah-BeteiligungIsrael und Libanon vereinbaren "Umsetzung" der brüchigen Waffenruhe

Die zwischen Israel und Libanon vereinbarte Waffenruhe hat in der Realität kaum Bedeutung. Die Regierungen beider Länder einigen sich deswegen auf weitere Schritte - doch die Einigung setzt die Kooperation der Hisbollah voraus, die nicht an den Gesprächen beteiligt ist.
Israel und der Libanon haben sich nach US-Angaben auf eine Waffenruhe geeinigt. Voraussetzung dafür sei, dass die Hisbollah-Miliz das Feuer vollständig einstelle und sich aus dem Gebiet südlich des Litani-Flusses zurückziehe, teilt das US-Außenministerium nach Verhandlungen in Washington mit. Zudem sollen rasch Testgebiete eingerichtet werden, in denen ausschließlich die libanesische Armee die Kontrolle übernimmt und nicht-staatliche Akteure ausgeschlossen werden.
In der Woche vom 22. Juni wollen beide Seiten die direkten Gespräche fortsetzen, um ein umfassendes Abkommen zu erzielen. Alle beteiligten Parteien verurteilen der gemeinsamen Erklärung zufolge zudem die iranischen Angriffe in der Region.
Eigentlich gilt im Libanon bereits seit dem 17. April eine Feuerpause. Israel und die von Teheran unterstützte libanesische Hisbollah-Miliz greifen sich dessen ungeachtet weiter täglich an. Die Hisbollah lehnt die Waffenruhe ebenso ab wie die Gespräche zwischen Israel und dem Libanon in Washington, die ohne ihre Beteiligung stattfinden.
Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei feuert die Hisbollah seither immer wieder Raketen auf Israel ab. Israel fliegt seinerseits immer wieder Luftangriffe auf zahlreiche Ziele im Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.