Politik

Mehrere Minister nehmen teilIsraels Armee blockiert mit Sperrzone Siedler-Marsch nach Gaza

19.07.2026, 13:30 Uhr
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Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich in der Knesset. (Foto: picture alliance / Newscom)

Beim "Marsch der Tausenden" wollen radikale Siedler in den Gazastreifen eindringen. Die israelische Armee hat nun für die Zeit des Marsches eine Sperrzone um das Gebiet eingerichtet. Pikant ist: Auch mehrere Regierungsmitglieder nehmen wohl teil.

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben ein Gebiet rund um den Gazastreifen zu einer militärischen Sperrzone erklärt, um einen geplanten Marsch von rechtsextremen und rechten Ministern, Abgeordneten und deren Anhängern in das palästinensische Gebiet zu verhindern. Ziel der rechten Gruppen ist es, neue israelische Siedlungen im Gazastreifen aufzubauen.

Nach Informationen der "Times of Israel" wollten an dem Marsch acht Minister und Ministerinnen teilnehmen, unter anderem der rechtsextreme Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir und Finanzminister Bezalel Smotrich. Smotrich hatte bereits im März erklärt, die Vorbereitungen für drei israelische Siedlungen im Gazastreifen seien abgeschlossen. Er hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz danach vergeblich aufgefordert, die Pläne umzusetzen. Israels Politiker befinden sich gerade vor der für Ende Oktober geplanten Parlamentswahl im Wahlkampf.

Direkter Gegensatz zu Trumps Friedensplan

Smotrichs Siedlungsplan stünde im fundamentalen Gegensatz zum Friedensplan von US-Präsident Donald Trump. Dieser sieht einen schrittweisen Abzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen vor. Nach unterschiedlichen israelischen Angaben besetzt die Armee 65 bis 70 Prozent des kleinen Palästinensergebietes mit seinen rund zwei Millionen Einwohnern.

Das Militär hat die Sperrzone bis Montagmorgen, 8 Uhr Ortszeit (7 Uhr MESZ) verhängt. Nach Informationen des israelischen Senders Channel 12 war der Beginn des "Marsches der Tausenden" für Sonntag, 17 Uhr Ortszeit (16 Uhr MESZ) angesetzt. Die verantwortliche Siedlerorganisation Nachala stellte ihn unter das Motto "Nach 21 Jahren nach Hause zurückkehren". Dies bezieht sich auf das Jahr 2005, in dem Israel im Zuge des sogenannten Abkopplungsplans alle 21 Siedlungen im Gazastreifen räumte und rund 9000 Siedler evakuierte.

Die radikale Siedlergruppe Nachala setzt sich unter anderem auch für die Ausweitung israelischer Siedlungen im Westjordanland und den Bau neuer, illegaler Außenposten ein. Nach internationalem Recht gelten diese Siedlungen und Außenposten als illegal.

Elf Tote bei israelischen Angriffen

Währenddessen gehen die israelischen Angriffe im Gazastreifen weiter. Allein am Samstag sind dabei nach Behörden-Angaben elf Menschen getötet worden, darunter drei Kinder und ihre Eltern. Der von der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas kontrollierte Zivilschutz und Krankenhäuser nannten am Sonntag diese Opferzahl, zuvor waren zehn Tote gemeldet worden.

Die fünf Mitglieder einer Familie wurden den Angaben zufolge bei einem Luftangriff auf ihre Wohnung im Nordwesten der Stadt Gaza getötet. Ein weiteres Kind der Familie habe als einziges überlebt, weil es sich zum Zeitpunkt des Angriffs nicht in der Wohnung befunden habe. Das Schifa-Krankenhaus bestätigte den Eingang der fünf Leichen.

Die israelische Armee erklärte, sie habe bei dem Angriff in der Stadt Gaza "einen Hamas-Terroristen ins Visier genommen". Die Ergebnisse des Einsatzes würden noch geprüft. Ein Anwohner sagte, der Angriff sei ohne Vorwarnung erfolgt. "Plötzlich schlug eine Rakete in das Gebäude ein. Niemand wusste etwas, keine Warnung, nichts", sagte Mussa al-Aimawi. Ein weiterer Bewohner berichtete von auf dem Boden liegenden Leichen, darunter Frauen und Kinder.

Drei weitere Menschen wurden nach Angaben des Zivilschutzes bei einem israelischen Luftangriff auf eine Gruppe von Zivilisten im Stadtteil Sejtun getötet. Das Schifa-Krankenhaus bestätigte auch den Eingang dieser Leichen.

Einige Stunden später wurde den Zivilschutz-Angaben zufolge eine Frau bei israelischem Artilleriebeschuss auf ein Zelt für Vertriebene östlich von Sejtun getötet. Mehrere Menschen wurden demnach verletzt, darunter die Tochter der Frau. Drei Menschen galten zunächst als vermisst. Das Ahli-Krankenhaus bestätigte den Tod der Frau und die Aufnahme mehrerer Verletzter.

Quelle: ntv.de, toh/dpa/AFP

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