Hisbollah nicht entmachtetIsraels Verteidigungsminister droht Libanon mit Eroberungen

Die libanesische Hisbollah-Miliz und Israel beschießen sich gegenseitig. Vor rund einer Woche beginnt die israelische Armee im Libanon kleinere Bodenoperationen. Nun fordert Minister Katz Beirut im Kampf gegen die Hisbollah zur Mithilfe auf - andernfalls werde es Konsequenzen geben.
Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat dem Nachbarland Libanon mit der Ausweitung des israelischen Armeeeinsatzes dort sowie mit der Einnahme von Gebieten gedroht. Sollte die libanesische Regierung nicht in der Lage sein, die Hisbollah-Miliz davon abzuhalten, auf israelische Ortschaften zu feuern, werde Israels Armee "das Gebiet einnehmen und die Sache selbst in die Hand nehmen", sagte er nach Angaben seines Büros bei einer Besprechung mit hochrangigen Armee- und Geheimdienstvertretern.
Er habe den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun diese Warnung überbracht. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Katz haben die Armee den Angaben zufolge bereits angewiesen, sich auf "eine Ausweitung ihrer Aktivitäten im Libanon vorzubereiten".
Die vom Iran unterstützte Miliz sollte eigentlich gemäß einer Waffenruhenvereinbarung entwaffnet werden. Dies ist bislang nicht gelungen. Anfang März griff die Hisbollah in den Krieg zwischen Israel und Iran auf der Seite Teherans ein.
Vor rund einer Woche drangen israelische Bodentruppen bereits in eine Grenzregion im Südlibanon vor. Nach Angaben eines libanesischen Armeevertreters rückten die israelischen Bodentruppen in der Region von Kfar Kila und dem Khiam-Tal vor. UN-Kreisen zufolge rückte die israelische Armee in mehrere libanesische Dörfer ein, darunter Chiam. Die Ortschaft liegt etwa sechs Kilometer von der israelischen Grenze entfernt.
Am Mittwochabend hatte die Hisbollah den Norden Israels massiv mit Raketen und Drohnen beschossen. Israels Luftwaffe flog heftige Angriffe auf Ziele in den südlichen Vororten von Beirut.