Politik

370 Menschen auf "Ocean Viking" Italien lässt Schiff mit Flüchtlingen anlegen

5fc073292034eded54a490ccf055b6b0.jpg

Die "Ocean Viking" bringt die Menschen nach Italien.

(Foto: dpa)

In nur drei Tagen rettet die "Ocean Viking" Hunderte Flüchtlinge aus dem Mittelmeer. Und anders als in der Vergangenheit beginnt nun keine tagelange Odyssee mit Suche nach einem Hafen. Italien lässt die Menschen an Land.

Das Hilfsschiff "Ocean Viking" darf mehr als 370 aus Seenot gerettete Bootsmigranten nach Augusta auf Sizilien bringen. Das teilte die Betreiberorganisation SOS Mediterranee mit. Italien habe der Crew den Hafen in der Nähe von Syrakus zugewiesen. Eine Hochschwangere war den Angaben nach schon vorher von den italienischen Behörden auf die Insel Lampedusa geflogen worden. Danach befanden sich noch 373 Menschen an Bord, die in den vergangenen Tagen von vier Schlauchbooten vor Libyen gerettet worden seien.

Die Crew hatte sich mit der Bitte um Aufnahme an Malta und Italien gewandt. Die Ankunft wird für den morgigen Montag erwartet. Die Geretteten seien mehrheitlich aus Guinea, Mali, Kamerun, der Elfenbeinküste, dem Sudan und Sierra Leone, hieß es. Unter ihnen seien 131 unbegleitete Minderjährige, berichtete SOS Mediterranee.

Eine Sprecherin der UN-Migrationsbehörde IOM, Safa Msehli, twitterte, dass seit Anfang des Jahres mindestens 80 Menschen im zentralen Mittelmeer ihr Leben verloren. Zuletzt seien etwa 17 Bootsmigranten ertrunken und Dutzende Überlebende am Sonntag zurück nach Libyen gebracht worden.

Die "Ocean Viking" war nach monatelanger Pause am 11. Januar vom französischen Hafen Marseille ins zentrale Mittelmeer ausgelaufen. In Libyen herrscht seit fast zehn Jahren Bürgerkrieg. Das Land hat sich zu einem der wichtigsten Transitgebiete für Migranten auf dem Weg nach Europa entwickelt.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa